Säugling tot geschüttelt - 3 Jahre und 9 Monate für Mutter
Das Landgericht Görlitz hat heute eine 20-jährige Frau aus Bernstadt auf dem Eigen zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatte ihren drei Monate alten Sohn so heftig geschüttelt, dass er an einer Hirnverletzung verstarb. Bei der Obduktion des Säuglings wurden außerdem zwei gebrochene Rippen festgestellt.
In einer Pressemitteilung des Landgerichts heißt es: „Zwar hat die Angeklagte den Tod des Kindes
nicht gewollt oder billigend in Kauf genommen; sie hat aber gewusst, dass sich der Säugling durch das Schütteln schwer verletzen kann. Sie hat damit eine vorsätzliche Körperverletzung begangen und dadurch fahrlässig den Tod des Kindes herbeigeführt“.
Das Gericht verurteilte die Mutter wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert. Dagegen hielt der Verteidiger eine Bewährungsstrafe für angemessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Prozess war nach Anklageverlesung ohne Zuschauer geführt. Begründet wurde der Ausschluss der Öffentlichkeit damit, dass die Frau noch Heranwachsende ist. Außerdem könnten Aussagen aus ihrem engsten Privatleben im Prozess offenkundig werden.