Landratsamt Görlitz krempelt Ämterstruktur um
Der Landkreis Görlitz muss den Gürtel noch enger schnallen. Angesichts der angespannten Haushaltslage ist die Kreisverwaltung gezwungen, umzustrukturieren. Freiwerdende Amtsleiterposten in Bauaufsicht und Finanzverwaltung werden nicht mehr neu besetzt, Haupt- und Personalamt zusammengelegt. Das kündigte Landrat Stephan Meyer an. Davon verspricht sich die Kreisverwaltung weitere Einsparungen.
Gleichzeitig bedeute dieser Schritt aber auch zusätzliche Belastung, betont der Kreischef. „Die Aufgaben werden dann auf den Schultern der Beigeordneten und Dezernenten lasten.“, schilderte der CDU-Politiker. Laut Meyer werde der Landkreis den Doppelhaushalt mit einem Defizit von etwa 30 Millionen Euro abschließen. Ursprünglich war ein Minus von knapp 46 Millionen Euro beschlossen. Rund 10 Millionen Euro können vom Land zugeschossen werden, fünf Millionen Euro konnte die Landkreisverwaltung selbst einsparen.
Im Hinblick auf den zukünftigen Etat kommen die Finanzen im Landkreis auf einen besonderen Prüfstand. Ein externes Gutachten wurde in Auftrag gegeben. Es soll die Grundlage für die Finanzplanung ab 2025 bieten. „Wir wollen mit den Ergebnissen auch die Botschaft nach Dresden senden: Mehr geht einfach nicht!“, erklärte Finanzbeigeordneter Thomas Gampe mit Blick auf die bereits 2020 verhängte Haushaltssperre. Die Kosten für das Haushaltsstrukturkonzept in Höhe von knapp 200.000 Euro übernimmt der Freistaat. Mit den abschließenden Ergebnissen wird im Oktober gerechnet.