• Foto: dpa/ Sebastian Kahnert

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Lausitz als möglicher Kandidat für atomares Endlager

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Die Lausitz gehört zu einem der 90 potentiellen Gebiete für ein atomares Endlager. Diese erste Auswahl hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung getroffen.  Betrachtet wurde  u.a. die Granitformation in der südlichen Oberlausitz.  In der Niederlausitz sind  Regionen mit Steinsalz im Fokus. Es überlagert die Teilgebiete in der Oberlausitz teilweise.

2031 soll entschieden werden, wo das atomare Endlager entsteht. Ab 2050 sollen die Behälter mit dem strahlenden Müll eingelagert werden.   Es gehe darum, den «absolut sichersten» Standort mit Hilfe eines wissenschaftlichen und objektiven Auswahlverfahrens zu finden, so  Staatssekretär Gerd Lippold.

Landräte von Bautzen und Görlitz: Standort nicht geeignet

Die Landräte von Bautzen und Görlitz, Harig und Lange, halten die Lausitz als Standort für ein atomares Endlager für nicht geeignet. Sie verwiesen auf die großen Herausforderungen des Strukturwandels im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg. "Es wird uns schwer fallen, Menschen in der Region zu halten, wenn die Diskussion auf die Lausitz herauslaufen würde", sagte uns der Görlitzer Landrat.  Er sieht zudem geologische Probleme, die gegen einen Standort sprechen. Die Granitformationen in der Lausitz seien zerklüftet.

"Wir haben seit mehr als 100 Jahre Lasten des Kohleabbaus getragen. Und wenn jetzt noch ein Problem dazukommt, dann werden wir in der Gesellschaft Reaktionen erleben, die dieser Region nicht förderlich sind", so der Bautzener Landrat Michael Harig. Es dürften nicht nur geologische Punkte herangezogen werden, sondern auch soziologische.

Sorben mit klarem Nein zu Standort

 Auch die Sorben sind gegen ein Atommülllager in der Lausitz. Der Vorsitzende der Domowina, Dawid Statnik, erklärte: „Die Lausitz steht für Strukturwandel.  Die Abwicklung eines alten Energieträgers, aus dem Deutschland ebenfalls aussteigt, passt daher nicht in die sozioökonomische Landschaft unserer Region, von ökologischen Fragen ganz zu schweigen. Deshalb gebietet es die Vernunft, dass die Lausitz nach dem nächsten Schritt der Abwägung zum Thema Atommüll aus dem Rennen sein sollte.“  

Audio:

Der Bautzener Landrat Michael Harig

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange