Lausitz-Dorf Mühlrose muss der Braunkohle weichen
Ungeachtet des geplanten Kohleausstiegs soll das Dorf Mühlrose im Landkreis Görlitz noch dem Braunkohletagebau weichen. Die dort lagernden Reserven würden auch bei dem jetzt ins Auge gefassten Kohleausstieg Ende 2038 „für die bedarfsgerechte Versorgung des Kraftwerks Boxberg benötigt“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Leag, Helmar Rendez, am Donnerstagabend. Dabei geht es nach Unternehmensangaben um die Gewinnung von rund 150 Millionen Tonnen Kohle im sogenannten Teilfeld Mühlrose.Zuvor waren die Einwohner des Dorfes über die Pläne des Unternehmens informiert worden. Rund 200 Menschen sollen in die Nachbargemeinde Schleife umziehen. Die Erschließungsarbeiten für den Ansiedlungsstandort würden im Sommer beginnen, teilte die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) mit.Der „bergbauliche Fortschritt des Tagebaus Nochten“ habe im Falle Mühlroses zu einer unmittelbaren Entscheidung gezwungen, erklärte Rendez. Seit langem war über die Umsiedlung des Ortes, der zur Gemeinde Trebendorf gehört, verhandelt worden. Weitere Auswirkungen der Empfehlungen der Kohlekommission werden laut Rendez noch geprüft.Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach in einer Stellungnahme von einer „ganz wichtigen Zukunftsentscheidung“ - auch für die Investitionssicherheit. „Viele Menschen bekommen eine neue Heimat, ein neues Zuhause. Seit 15 Jahren warten die Menschen darauf, dass diese Umsiedlung beginnen kann.“ Dass die Leag bis zum Jahr 2038 rechne, sei wichtig, denn für den Strukturwandel werde Zeit gebraucht.