LEAG kürzt Förderpläne für Welzow und Reichwalde - keine Änderung für Mühlrose

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Die LEAG kürzt ihre Förderpläne. Der Tagebau Welzow wird nicht erweitert, das vorgesehene Teilfeld II  bleibt unberührt. Das kündigte gestern Abend die LEAG an.   Der Tagebau Reichwalde wird sich nicht so weit ausbreiten wie ursprünglich vorgesehen. Die LEAG verzichtet auf den Bereich des Truppenübungsplatzes am Standort Haide.

LEAG hält an Abbaggerung von Mühlrose fest

Gestern hatte der Bundestag dem Vertrag über den Kohleausstieg zugestimmt. Damit seien nun die rechtlichen Grundlagen für den Ausstiegsfahrplan geschaffen, so die LEAG. Sie hält aber weiter an der Erweiterung des Tagebaus Nochten mit dem Teilfeld Mühlrose fest. Es gebe dazu keine Alternative, um insbesondere das Kraftwerk Boxberg zu versorgen. Die beiden letzten Blöcke sollen erst 2038 abgeschaltet werden.

Mit der Entscheidung ist die Umsiedlung der Einwohner von Mühlrose verbunden. Eine große Mehrheit hatte dem Vertrag vor knapp zwei Jahren zugestimmt. Ihr neues Zuhause entsteht derzeit im wenige Kilometer entfernten Schleife. 2027 soll mit der Erschließung des  Mühlroser Flözes begonnen werden. Dort lagern rund 150 Millionen Tonnen Braunkohle.

Kritik an LEAG-Konzept

Das neue Revierkonzept der LEAG ist bei Grüner Liga und Bündnis/Grünen auf Kritik gestoßen. Sie sprachen dem Tagebaubetreiber die rechtliche Kompetenz ab. Wo eingesparte Kohle liegenblieben müsse, werde im staatlichen Planverfahren entschieden. Das Konzept sei bereits am Tag seiner Veröffentlichung überholt, so René Schuster von der Grünen Liga. Er warf der LEAG vor, die Verschärfung des EU-Klimaziels zu ignorieren.

Für die Bündnis/Grünen fehlt weiter der Nachweis für die Erweiterung des Tagebaus Nochten und damit die Abbaggerung von Mühlrose. Das Papier sei deshalb zunächst nichts mehr als ein Wunschzettel.

Domowina solidarisch mit Einwohnern von Mühlrose

Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik sprach im Zusammenhang mit der Absicht der LEAG, an der Abbaggerung von Mühlrose festzuhalten, von einer traurigen Nachricht. "Es wird dem Unternehmen schwer fallen, mit Blick auf das nahende Ende der Kohleförderung in anderthalb Jahrzehnten der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass ein Dorf von der Landkarte verschwindet, das über eine Jahrhunderte alte sorbische Tradition verfügt." Der Domowina sei bewusst, dass es verschiedene Auffassungen zur Umsiedlung gebe. "Deshalb mögen diejenigen, die den schon langjährigen Belastungen durch den nahen Tagebau entgehen und nach Schleife umziehen wollen, weiter dabei Unterstützung erhalten. Und zugleich sind wir selbstverständlich solidarisch mit denen, die Mühlrose / Miłoraz nicht verlassen wollen.”

Der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Roick, auch Mitglied des Sonderausschusses «Strukturentwicklung in der Lausitz», sagte, das sei eine gute Nachricht für Proschim und Welzow, die Menschen hätten nun Klarheit.  

Von der Linksfraktion kam Zustimmung zu den Planungen der LEAG. «Nach 150 Jahren Kohlebergbau wird es keine Abbaggerung mehr von sorbisch/wendischem Siedlungsgebiet in Brandenburg geben, sagte der umweltpolitische Sprecher Thomas Domres.