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Leag schwingt Abrissbirne in Mühlrose

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Die Leag hat heute mit dem Abriss von Mühlrose begonnen. Alle notwendigen Genehmigungen lägen vor, so der Tagebaubetreiber. Er verwies zugleich auf den Umsiedlungsvertrag. Er sei rechtskräftig. Aussagen, in denen der Umzug in Frage gestellt werde, weil die Kohlevorkommen unter Mühlrose nicht mehr benötigt würden, wies die Leag als falsch zurück. 

Das Gutachten treffe keinerlei Aussagen  über die erforderlichen Anpassungen der Tagebauplanung, so Leag-Planungsleiter Thomas Penk. Die Leag will ein neues Revierkonzept vorlegen. Das setze allerdings die Schaffung und Bestätigung der rechtlichen Rahmenbedingungen voraus. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ hatte erklärt, dass in den schon genehmigten Tagebauen rund 80 ‎Millionen Tonnen mehr Kohle verfügbar seien als bis 2038 noch gebraucht werden.

Mit der Kohle  soll das Kraftwerk Boxberg versorgt. Unter Mühlrose lagern 150 Millionen Tonnen Braunkohle. Mit der Förderung soll 2030 begonnen werden.  Für die rund 200 Einwohner  werden  in Schleife Baugrundstücke erschlossen.

Das Bündnis  wirft der Leag vor, keine Rechtsgrundlage zu haben. Den Vertrag hätten nicht alle Einwohner unterschrieben. Wer nicht umziehen wolle, müsse dies nicht tun.  Antonia Mertsching, Lausitzer Abgeordnete der Linksfraktion, kritisierte in einem offenen Brief eine „Strategie der verbrannten Erde“. Die Zerstörung von funktionstüchtigen Häusern greife unwiderbringlich in das Dorfleben von Mühlrose ein und zerstöre das Dorfbild, Ortskultur und brauchbare Ressourcen, so Mertsching.