„Liste der Grausamkeiten“ in Cunewalde
Den Gemeinden steht das Wasser bis zum Hals – und darüber. Sie klagen über weggebrochene Gewerbesteuern. Liebgewonnenes können sie sich nicht mehr leisten. Auch Cunewalde, der einzige anerkannte staatliche Erholungsort im Kreis Bautzen, steht mit dem Rücken zur Wand. Der Gemeinderat hat gestern eine Reihe von Sparbeschlüssen gefasst.
So steigt Cunewalde aus dem System der „Sächsischen Ehrenamtskarte“ aus und aus der Touristischen Gebietsgemeinschaft Oberlausitzer Bergland. Die Tourist-Information ist ab April kürzer geöffnet. Zugleich wird an der Einnahmeschraube gedreht. So werden die Pachten für kommunale Grundstücke erhöht, ebenso die Hundesteuer – sie steigt von 60 auf 80 Euro für den ersten Hund. Bürgermeister Thomas Martolock spricht von einer „Liste der Grausamkeiten“. Die getroffenen Entscheidungen reichten aber noch nicht aus. Rund 600.000 Euro Gewerbesteuern seien der Gemeinde weggebrochen.
Der staatlich anerkannte Erholungsort betreibt das Veranstaltungs- und Tagungszentrum „Blaue Kugel“, zwei Museen, eine Bibliothek und den Umgebindehauspark. Das wird sich Cunewalde in dieser Form wohl bald nicht mehr leisten können.