Löbauerin stellt Geldtasche am Bahnhof ab - Nieskyerin überweist Erspartes auf chinesisches Betrügerkonto
Trickbetrüger sind wieder in der Lausitz auf Beutezug. Sie geben sich als Polizisten, Staatsanwälte, Computerspezialisten aus oder ziehen die klassische Enkelmasche ab. Zum Glück bleibt es häufig beim Versuch. Die Angerufenen durchschauen den Schwindel und legen auf. Aber nicht alle!
Viren auf dem Computer - „Ich helfe Ihnen“
Bei einem Spremberger rief gestern ein angeblicher Computerspezialist an. Er gaukelte dem 63-Jährigen vor, dass sein PC mit Viren verseucht sei und auch der Zugang zu seinem Bankkonto. Aber alles halb so schlimm. Er könne schnell helfen, den Computer von den bösen Viren säubern. Zugleich bot er seine Hilfe an. Der arglose Spremberger schöpfte keinen Verdacht, er gab die Zugangsdaten preis. Wenig später wurde eine größere Summe von seinem Konto abgehoben.
Nieskyerin überweist Erspartes auf chinesisches Konto
Mehr als 20.000 Euro wurde eine Frau aus Niesky los. In diesem Fall zogen die Betrüger die Gewinnspielmasche ab. Sie versprachen über 140.000 Euro. Um den Gewinn einzulösen, brauche sie nur Amazon-Geschenkgutscheine im Wert von 200 Euro zu kaufen und die Nummern durchzugeben. Gesagt, getan. Am Tag darauf sollte sie eine Transfergebühr überweisen – 4.000 Euro. Die Nieskyern tat es. Den versprochenen Gewinn erhielt sie freilich nicht, aber einen weiteren Anruf. Diesmal sollte sie knapp 16.000 Euro Gewinnsteuer auf ein chinesisches Konto überweisen. Warum nicht, wird schon alles seine Richtigkeit haben. Die 76-Jährige überwies das Geld. Wieder meldeten sich die Betrüger. Diesmal verlangten sie eine Bürgerschaft von mehr als 11.000 Euro. Die Rentnerin lief zur Bank und legte den Überweisungsschein auf den Tresen. Der Bankangestellten kam die Sache spanisch vor. Sie warnte die Frau. Erst jetzt ging ihr ein Licht auf. Sie zog das Überweisungsformular zurück und erstattete Anzeige.
Löbauerin stellt Tasche mit Geld am Bahnhof ab
Um ein Haar wäre eine Löbauerin um ihr Erspartes geprellt worden. Die 81-Jährige stellte eine Tasche mit Geld am Bahnhof ab. Der Bote kam jedoch nicht. Zum Glück! Zuvor hatte die Rentnerin einen Anruf erhalten von einem angeblichen Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes. Er spielte der Löbauerin vor, dass ihre Tochter einen polnischen Radfahrer umgefahren habe. Im Hintergrund war eine weinende Frau zu hören. Die Mutter sollte für ihre Tochter nun die Strafe zahlen – mehrere tausend Euro. Daraufhin packte sie die Geldscheine in die Tasche und lief los.
Die Polizei rät für solche Situationen: Lassen Sie sich am Telefon wegen geschilderter Notlagen oder eiliger Geldnöte nicht drängen, Geld zu versprechen. Sollten Sie Zweifel haben, wenden Sie sich an Verwandte, Freunde oder andere Vertrauenspersonen. Übergeben Sie keinesfalls Geld an vermeintliche Boten. Wenn Sie einen Betrug vermuten, rufen Sie die Polizei.