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„Lust am Handwerk kann man nicht früh genug wecken“

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Sie leisten Vorbildliches in der Ausbildung – fünf Handwerksbetriebe aus der Oberlausitz sind heute dafür ausgezeichnet worden: die Tischlerei Pötschke und das Autohaus Feige aus Löbau, Bau Gräfe aus Pulsnitz sowie die Hoyerswerdaer Autohäuser Kieschnick und Schiefelbein. Sie erhielten von der Handwerkskammer Dresden die Urkunde „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb“.  Diese Unternehmen setzten hohe Maßstäbe und böten den jungen Menschen beste Karrierechancen, so Vizepräsidentin Ines Briesowsky-Graf.

Tischlerei Pötschke  aus Löbau. Der Familienbetrieb wird in fünfter Generation geführt.  Die Pötschkes kümmern sich schon frühzeitig um den Nachwuchs für die Firma. „Nächste Woche kommt eine zweite Klasse zu uns. Wir basteln mit den Grundschülern. Man kann nicht früh genug anfangen, Lust am Beruf zu wecken“, ist Geschäftsführerin Elke Pötschke überzeugt. In der Löbauer Tischlerei werden gegenwärtig sechs Lehrlinge ausgebildet, darunter sind vier Mädchen. Sie durchlaufen alle Abteilungen. Handgriffe und Kniffe vermittelt ein alter, erfahrener Tischlermeister, der zwar schon in Rente ist, aber an zwei Tagen in der Woche in die Firma kommt. Sein Wissen werde von den jungen Leuten sehr gut angenommen. „Er entlastet uns auch etwas. Am Ende kommt eine bessere Ausbildung heraus.“

Im Autohaus Feige Löbau und Bautzen können Schüler Praktika machen oder in den Ferien arbeiten kommen. Das sei für beide Seiten von Vorteil, so Inhaber Jörg Bens. Auszubildende werden bei ihm gefordert und gefördert. So beteiligt sich die Firma an den Kosten für die Fahrschulausbildung oder für das Deutschlandticket. „Die Fluktuation ist nicht groß. Wir haben mehr Anfragen als Ausbildungsplätze.“ Mitunter stimmen aber die Vorstellungen von Bewerbern nicht mit dem Arbeitsalltag überein. So saß ein junger Mann vor ihm, der sich nicht schmutzig machen wollte. „Er dachte,  wenn er sich ans Tablet setzt und die Fehler im Fahrzeug ausliest, dass dann das Auto repariert ist.“ Von den Schulen erwartet Bens, dass sie den Blick der Schüler für die Praxis schärfen. Praktische Arbeit sollte wieder eingeführt werden und ab der 7. Klasse in den Sommerferien ein einwöchiges Praktikum in einem Betrieb, schlägt Bens vor.

 Und das sind die drei „Vorbildlichen Ausbildungsbetriebe 2024“ im Kreis Bautzen: Bau Gräfe aus Pulsnitz sowie die Autohäuser Kieschnick und Schiefelbein aus Hoyerswerda. „Sie fördern junge Menschen und legen damit den Grundstein, die ganze Branche zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Zudem bieten sie den jungen Menschen hier beste Karrierechancen“, heißt es in der Laudatio. 

 

Audio:

Elke Pötschke, Tischlerei Pötschke: Lust am Beruf schon früh wecken
Ein pensionierter Tischlermeister kommt an zwei Tagen in der Woche in den Betrieb
Jörg Bens, Inhaber Autohaus Feige Löbau: Junge Leute fordern und fördern
Was Jörg Bens von den Schulen erwartet
Nicht immer stimmen die Erwartungen von Bewerbern mit dem Arbeitsalltag überein
Geschäftsführer Marko Schiefelbein, Autohaus Schiefelbein Hoyerswerda
Geschäftsführer Rafael Gräfe, Bau Gräfe GmbH Pulsnitz
Ines Briesowski-Graf, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Dresden