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Malteser wollen Kliniken in Görlitz und Kamenz verkaufen

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Die Kliniklandschaft in der Oberlausitz ist in Bewegung. Die Malteser wollen das Görlitzer Carolus-Krankenhaus  und das Krankenhaus in Kamenz verkaufen.Angeführt werden strategische Gründe. In Görlitz sind 250 Beschäftigte tätig, in Kamenz 350.

Gestiegene Kosten und hohe Investitionen

Es sei schwierig, einen kostendeckenden Betrieb aufrechtzuerhalten und zusätzlich die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur der einzelnen Häuser zu tätigen, heißt es in einer Pressemitteilung aus der Malteser-Zentrale in Köln. Insgesamt wollen die Malteser Deutschland sechs der acht Krankenhäuser loswerden. Geplant ist der Verkauf im Paket mit den medizinischen Versorgungszentren und Apotheken. Gespräche mit Interessenten laufen. Sie sollen im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden. Als potentielle neue Eigentümer sehen die Malteser ausschließlich in Deutschland tätige Unternehmen.

Der Prinz bedauert

„Um die langfristige Fortführung der etablierten Akutkrankenhäuser auf hohem medizinischen und pflegerischen Niveau sicherzustellen, beabsichtigen wir schweren Herzens unser Engagement im Krankenhausbereich zu reduzieren und für unsere Akutkrankenhäuser im Rheinland und in Sachsen einen neuen Eigentümer zu finden.“, erklärte  Karl Prinz zu Löwenstein, als Generalbevollmächtigter der Malteser Deutschland gGmbH.

Enttäuschung und Verwunderung

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu reagierte mit Verwunderung und Enttäschung auf die Ankündigung. Nach zahlreichen Gesprächen in den vergangenen Monaten, schien der Görlitzer Standort auf einem guten Weg mit klaren Zukunftsplänen zu sein. Das sei mehrfach von der Führungsebene der Malteser zugesichert worden, so der OB. Das Carolus-Krankenhaus sei neben den Städtischen Klinikum wichtig für die medizinische Versorgung der Region. Der Görlitzer CDU-Stadtverband brachte den Kauf des Carolus:Krankenhauses durch das Klinikum ins Gespräch. Diese Option sollte geprüft werden, mit dem Ziel, Arbeitsplätze im Carolus zu sichern.

Anfang dieses Jahres hatte Krankenhauschef Hans-Ulrich Schmidt noch beteuert, dass die  Versorgung im Carolus in Görlitz weiterhin aufrechterhalten wird. Im März legte die Malteser-Geschäftsführung  eine Strategie zur Zukunft des Hauses vor.

 

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Hans-Ulrich Schmidt, Bevollmächtigter der Malteser-Krankenhäuser Görlitz und Kamenz