Marwa El Sherbini Stipendium für Weltoffenheit und Toleranz wird vergeben

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In Dresden wird heute erneut das „Marwa El-Sherbini Stipendium für Weltoffenheit und Toleranz“ vergeben. Die Förderung erhält Maya Singh. Sachsen und die Landeshaupstadt Dresden erinnern damit an die Ermordung der Ägpyterin Marwa-El-Sherbini vor 10 Jahren. Sie war während einer Strafverhandlung im Landgericht Dresden, zu der sie als Zeugin geladen war, vom Angeklagten erstochen worden. Grund waren islam- und ausländerfeindliche Motive. Das Stipendium wird in der Regel alle 2 Jahre ausgereicht und ist mit monatlich 750 Euro dotiert. Gefördert werden Studierende Dresdner Hochschulen, die sich vor allem durch hohes gesellschaftliches Engagement auszeichnen und für Freiheit, Demokratie, Toleranz und Menschenrechte einsetzen.

Pressemitteilung - Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Hintergrund:

In diesem Jahr jährt sich die Ermordung der ägyptischen Pharmazeutin Marwa El-Sherbini zum zehnten Mal. Im Jahr 2005 kam Frau El-Sherbini mit ihrem Mann, dem Genforscher Elwi Ali Okaz, nach Deutschland. 2006 wurde der gemeinsame Sohn geboren. 2008 wurde Herr Okaz Doktorand des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von ihrem späteren Mörder auf einem Dresdner Spielplatz als »Islamistin« und »Terroristin« beschimpft. Nach Anzeige bei der Polizei wurde gegen den Beschuldigten Anklage erhoben. In der Berufungsverhandlung am 1. Juli 2009 am Landgericht Dresden tötete der Angeklagte die im dritten Monat schwangere Marwa El-Sherbini, als diese nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte mit 16 Messerstichen und verletzte ihren Mann lebensgefährlich. Der dreijährige Sohn wurde Zeuge, wie seine Mutter verblutete. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Einzeltäter, der aus einer »extrem ausländerfeindlichen Motivation« handelte. Der Täter wurde am 11. November 2009 durch das Landgericht Dresden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.

Stipendium:

Das Stipendium wird zum vierten Mal ausgelobt. Frau Maya Singh folgt auf die Ägypterin Youmna Fouad (Stipendiatin von 2017-2019), Nurul Fatimah Khasbullah aus Indonesien (Stipendiatin von 2015-2017) sowie die Jordanierin Hiba Omari (Stipendiatin 2012-2014).