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Messer- und Schlagringattacken auf Vater - Zittauer will aussagen

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Ein Zittauer soll auf seinen Vater mindestens achtmal  eingestochen haben, weil er sich angeblich über das Abendessen beschwert hatte. Der Fall wird seit heute vor dem Landgericht Görlitz verhandelt. Dem 31-Jährigen wird außerdem vorgeworfen,  auf den Vater mit einem Schlagring eingeprügelt und ihm in einen Finger gebissen zu haben. Ein Fingerglied musste amputiert werden. 

Vater und Sohn leben in Zittau unter einem Dach. Zum Abendessen sollte es Hähnchen mit Knödel und Bohnen geben. Das aber war dem Vater offenbar nicht recht.  Es kam zum Streit. Daraufhin soll ihn der Sohn zunächst am Hals gepackt und auf sein Bett gedrückt und später mit einem Küchenmesser an Rücken und Hals verletzt haben. Es habe akute Lebensgefahr bestanden, so die Staatsanwältin. Das Opfer wurde durch eine Operation gerettet.

Der Angeklagte äußerte sich zu Prozessbeginn  nicht zu den Vorwürfen.   Verteidiger Hans Grüner kündigte aber an, dass  sein Mandant im Beisein des psychiatrischen Sachverständigen aussagen werde „Er wird die Taten einräumen, kann es aber selbst nicht richtig nachvollziehen, wie es dazu gekommen ist“, sagte uns der Anwalt nach dem ersten Prozesstag. Vermutlich habe sein Mandant ein gesundheitliches Problem. „Er hat sich in bestimmten Situationen nicht in der Gewalt“.

Der arbeitslose und ledige Zittauer hatte sich einen Schlagring gekauft. Er soll damit zu seinem Vater ins Schlafzimmer gekommen sein und ihn gefragt haben, ob er den Schlagring mal ausprobieren soll. Der Vater habe angeblich nichts dagegen gehabt. Daraufhin soll der Angeklagte mit dem Schlagring auf seinen Vater  eingeprügelt haben. Dabei soll er gerufen haben: „Ich mache dich tot!“, so die Anklage. Der Vater erlitt Verletzungen an Gesicht, Kopf und Armen.  Außerdem biss der Sohn ihm in einen Finger. 

Der Vater des Angeklagten spricht von  Affekthandlungen. Nach der Messerattacke habe der Sohn gleich den Notarzt geholt und damit das Schlimmste abgewendet, sagte uns der 55-Jährige. Er soll als Zeuge vernommen werden.

Der Prozess wird am 30. November fortgesetzt. Dann wird auch der psychiatrische Sachverständige anwesend sein.

Audio:

Verteidiger Hans Grüner