Messertat in Weißwasser - gestern passiert, heute das Urteil
Manchmal mahlen die Mühlen der Justiz schneller, viel schneller, als man erwartet. Innerhalb von 24 Stunden nach der Tat ist ein Messerstecher vom Amtsgericht Weißwasser zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte hatte gestern gegen 17.30 Uhr auf der Straße des Friedens einen 29-Jährigen verletzt. Er stach mit einem Anglermesser (Klingenlänge: zehn Zentimeter) zweimal zu und verletzte ihn an Brust und Arm. Er verließ den Tatort, konnte aber durch die Polizei gestellt werden. Es handelt sich um einen 34-Jährigen. Beide sind Deutsche. Das Opfer wurde zum Glück nicht schwer verletzt.
Schon heute Nachmittag saß der Mann auf der Anklagebank. Er legte ein Geständnis ab. Bei der Auseinandersetzung sei es um eine vermeintliche Geldforderung gegangen. Der Angeklagte habe einen Wutausbruch gehabt, erfuhren wir aus Justizkreisen. Beide sollen sich von früher gekannt haben. Der Angeklagte wurde im sogenannten beschleunigten Verfahren verurteilt. Daran sind bestimmte Voraussetzungen geknüpft, z.B. ein Geständnis und ein juristisch einfacher Sachverhalt.
Die schnelle Anklageerhebung war nicht zuletzt durch ein professionelles Zusammenspiel von Polizei, Staatsanwaltschaft und Amtsgericht Weißwasser möglich geworden.