"Mich laust der Affe!" - Affen in Löbau ausgebüxt

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Zwei ausgebüxte Affen sorgen in der Oberlausitz für Aufregung. Laut Polizei wurden die Tiere vergangene Woche von Augenzeugen auf mehreren Hausdächern in bei Löbau und Sohland am Rotstein gesichtet – so Polizeisprecherin Anja Leuschner. Doch dem nicht genug - auch im Ortsteil Kittlitz ließen es sich die Ausreißer offenbar gut gehen. Bei einem Anwohner in Bellwitz hätten es die Tiere nach eigenen Angaben auf die Früchte seiner Bowle und Kuchen abgesehen. "Mich laust der Affe, ich hätte nie gedacht das mir zwei Affen die Bowle ausleeren!" - erklärt er.

Die Tiere sind nach Angaben des Eigentümers offenbar ungefährlich – es handelt sich um Rhesusaffen. Sie stammen aus privater Haltung in Georgewitz. Um die Tiere einfangen zu können, empfiehlt die Polizei die Affen mit Brot in einen Schuppen zu locken.

Rhesusaffen sind in Asien zuhause. Dort werden sie verehrt. Ihre Ähnlichkeit mit dem Menschen jedoch zum Verhängnis geworden. Sie sind eine bis heute verwendete Versuchstierart. Bereits 1940 entdeckte Karl Landsteiner in ihrem Blut den sogenannten Rhesusfaktor (Rh+ oder Rh-), den es auch im menschlichen Blut gibt.

Wenn auch Sie die Rhesusaffen in der Region gesichtet haben. Melden Sie sich bei uns oder senden Sie uns gern Bilder per Mail.


UPDATE 20:15 Uhr

Einer der beiden ausgebüxten Rhesusaffen in Löbau ist eingefangen worden. Wie uns der Görlitzer Tierparkdirektor und Tierarzt Sven Hammer sagte, sei ein Ausreißer bei Löbau in die Falle getappt. Auf einen Landwirtschaftshof endete die wilde Tour des Herumtreibers. Anwohner lockten den Affen mit Bananen in ein parkendes Auto. Als das Tier ins Auto sprang, schlossen sie die Türen. Der Tierarzt konnte den Ausreißer schließlich mit einem Narkosepfeil zur Ruhe bringen. Er wurde nun dem Veterinäramt übergeben. Vom zweiten Rhesusaffen fehlt unterdessen noch jede Spur.

Audio:

Ein Anwohner aus Kittlitz

Reporter Toni Herrmann