Millionen-Projekt in Hoyerswerda: „Alles wird von links nach rechts gedreht“
Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH) investiert in diesem Jahr rund 13,5 Millionen Euro. Das Geld fließt sowohl in Modernisierung und Sanierung als auch in den Neubau von Wohnungen.
So wird ein weiteres Stadthaus im Wohnpark „An der Bleichwiese“ in der Altstadt errichtet. Ein erstes steht schon. Bis 2027 werden es insgesamt vier mit Zwei-, Drei- und Vier-Raumwohnungen sein. Für alle 32 Wohnungen gibt es schon 125 Mietinteressenten.
„Wir machen alles komplett neu“
Mit über fünf Millionen Euro will Hoyerswerdas größter Vermieter das WK III aufwerten, und zwar in der Herderstraße 21-29. „Wir werden das Haus von links nach rechts drehen. Es bleibt nur noch die Platte. Wir machen alles komplett neu“, so Geschäftsführer Steffen Markgraf. Aufzüge und Balkone werden errichtet, die Fenster erneuert, das Dach instandgesetzt, Wohngrundrisse geändert. Da der Umbau mit dreieinhalb Millionen Euro gefördert wird, kalkuliert die WH mit einen Mietpreis von maximal 7,50 Euro pro Quadratmeter.
Fortgesetzt wird der Anschluss an das Glasfasernetz. Bis zum Jahresende sollen alle Wohnungen der WBH verkabelt sein. Wer es wünscht, kann schnelles Internet nutzen.
660 Wohnungen stehen leer
Im vergangenen Jahr konnte die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda 650 neue Mieter begrüßen. Etwa genau so viele Mieter lösten ihren Vertrag auf, zogen weg, ins Umland, in eine andere Stadt oder in eine Eigentumswohnung. Der Geschäftsführer sieht in dieser Bilanz dennoch einen Erfolg. „Wir konnten bei der Vermietung eine schwarze Null halten.“ 660 Wohnungen stehen derzeit leer. Das sind 9,5 Prozent.
Alternative zum Abriss
Weiter unklar ist, was aus zwei denkmalgeschützten Wohnblöcken im WK I wird. Die Wohnungsgesellschaft möchte sie abreißen. Dagegen hatte sich Protest in der Stadtgesellschaft geregt. Das Landesamt für Denkmalpflege schaltete sich ein und stellte klar, dass die Gebäude erhalten bleiben. Markgraf schätzt die Kosten für eine Umgestaltung auf sieben bis zehn Millionen Euro pro Block. „Wir haben dafür schlicht nicht die Finanzkraft. Dafür brauchen wir Fördermittel.“ Das WK 1 gilt als bauhistorischer Prototyp industriellen Wohnbaus. Er war konzipiert als Kiez in der Neustadt mit Läden, Gaststätten, Schule, Kitas, Grünanlagen und Dienstleistungsgewerbe.
Durchschnittlicher Mietpreis: fünf Euro pro Quadratmeter
Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda verwaltet rund 6.950 Wohnungen, fast 260 Gewerbeeinheiten und knapp 200 Garagen. Sie ist damit nach eigenen Angaben der viertgrößte kommunale Vermieter in Sachsen (außer kreisfreie Städte). Der durchschnittliche Preis für die Kaltmiete liegt bei fünf Euro pro Quadratmeter.