Ministerpräsident Kretschmer befürwortet verschärfte Maskenpflicht

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Nach der Diskussionsrunde zwischen den Länderchefs und Kanzlerin Merkel am Dienstag soll Sachsen in den in den nächsten Wochen nach den Worten von Ministerpräsident Michael Kretschmer im Wesentlichen bei seinen bisherigen Corona-Maßnahmen bleiben. «Wir werden keine Verschärfung vornehmen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend am Rande der noch laufenden Bund-Länder-Beratungen. Bis zum 14. Februar sollen die Kontakte allerdings weiter «sehr konsequent» eingeschränkt werden.

Bereits im Vorfeld hatte der Politiker sich für eine Verlängerung des bis zum 7. Februar geltenden Lockdowns in Sachsen ausgesprochen. Der 15-Kilometer-Radius und nächtliche Ausgangsbeschränkungen sollen bestehen bleiben, so Kretschmer. Der Regierungschef verwies auf die aktuelle Entwicklung in Großbritannien, wo sich die Inzidenz wegen der Mutation des Coronavirus innerhalb weniger Tage verzehnfacht habe. «Das wäre eine Katastrophe», so Kretschmer. Ziel sei es, in den nächsten vier Wochen die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu senken.

Zudem sprach er sich am Dienstagabend für eine verschärfte Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr aus: Es müsse keine FFP2-Maske sein, aber ein medizinischer Mundschutz könne helfen. «Das ist ein Cent-Artikel, der mittlerweile überall verfügbar ist.» Auch soll verstärkt Arbeiten im Homeoffice erreicht werden, betonte Kretschmer. «Je mehr Menschen ihre Arbeit von zu Hause erledigen können, desto weniger Kontakte gibt es.»

Kanzlerin Merkel kündigte nach der Sitzung mit den Landeschefs am Dienstagabend bereits eine Art Homeoffice-Pflicht an. Bundesarbeitsminister Heil würde demnach eine entsprechende Verordnung befristet bis zum 15. März erlassen. Auch über eine verschärfte Maskenpflicht haben sich Merkel und die Länderchefs einigen können. So soll in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften eine medizinische Maske getragen werden - zum Beispiel eine FFP2- oder eine OP-Maske. Damit würde es nicht mehr ausreichen, einfach nur einen Schal über Mund und Nase oder herkömmliche Masken zu tragen, wie sie viele bisher nutzten.

Kitas und Schulen werden wohl weiterhin geschlossen bleiben; abgesehen von den Abschlussklassen, für die auch weiterhin der Präsenzunterricht als Ausnahmeregelung möglich wäre. Am frühen Mittwochnachmittag sitzt das sächsische Kabinett zusammen, um über die neuen Regelungen und Verschärfungen zu diskutieren. (mit dpa)