Missbrauchsprozess gegen Ehepaar aus Kreis Bautzen
Im Missbrauchsprozess gegen ein Ehepaar aus Bautzen haben die beiden Angeklagten die Aussage verweigert. Damit müssen nun die beiden Töchter in den Zeugenstand. Der Stiefvater soll sich an ihnen mehrfach vergangen, die Mutter dabei zugeschaut haben. Beide müssen sich seit heute vor dem Amtsgericht Bautzen verantworten.
Dem 33-Jährigen wird zudem vorgeworfen, eine der beiden Stieftöchter gegen Geld an einen anderen Mann vermittelt zu haben. Die 39 Jahre alte Mutter soll für das Treffen ihrer Tochter extra ein durchsichtiges Kleid gekauft haben. Sie habe sich das Geld für den Urlaub verdienen müssen, verlas die Staatsanwältin aus der Anklage. Sie wirft dem Stiefvater schweren sexuellen Missbrauch vor und der Mutter Beihilfe bzw. Mittäterschaft. Eines der beiden Mädchen ist geistig behindert. Als „Belohnung“ erhielten sie Schminke und ein Nasenpiercing.
Amtsrichter Dirk Hertle machte den beiden Angeklagten klar, dass sie die Höchststrafe von vier Jahren zu erwarten hätten, sollten die Tatvorwürfe zutreffen. Zugleich stellte er ihnen maximal drei Jahre in Aussicht, wenn sie ein umfassendes Geständnis ablegen.