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Mit einem Krug Bier von Prag nach Görlitz

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Schlendrian und Lotterleben, das sind ja nun zwei Komponenten, die sich nicht erst heute ergeben, sondern im Mittelalter waren diese Dinge auch schon wohlbekannt. Und stellvertretend dafür seht Ecke Neißstraße / Kränzelstraße ein Relief an der Wand.

Der Görlitzer Stadtwächter Gunnar Buchwald weiß, was es damit auf sich hat. Die Geschichte von den beiden Männern mit dem Bierkrug gehört zu den Sagen, die man sich in der Neißestadt erzählt.

Zwei Zechbrüder sind dort mit einem Krug voller Bier zu sehen. Und tatsächlich handelt es sich bei den beiden wohl um zwei Zecher, die ihre Zeit im Schankhaus beim Trunke und beim Glücksspiel verbracht hatten, ohne sich zu Hause um ihre Eheweiber und Kinder zu kümmern.

Eines Tages bekamen sie deswegen tüchtig Ärger mit ihren Ehefrauen, rissen aus, flohen nach Prag, um dort in aller Ruhe weiterzechen zu können. Die Görlitzer meinten, diese beiden kämen wohl nie wieder zurück in ihre Heimatstadt.

Doch wie die beiden in Prag Sitzenden davon hörten, versprachen sie, einen Krug voller Prager Bier von Prag bis Görlitz zu bringen, ohne nur einmal daran zu naschen.

Die Görlitzer lachten darüber. Und eines Tages standen die beiden Zechbrüder tatsächlich mit einem Krug voller Bier vor den Toren dieser Stadt. Ob's am Ende Prager Bier im Krug war, das ist einerlei.

Die Sage von den beiden Männern mit dem Bierkrug. Weitere Sagen und Begebenheiten aus der Lausitz finden Sie in unserer Rubrik „Geschichte und Geschichten – Heimat neu entdecken“.

Audio:

Knut-Michael Kunoth