Bautzener räumt Mord an Freundin ein
Ein Bautzener hat den Mord an seiner Freundin eingeräumt. Er übernehme die Verantwortung, könne sich aber an die Tat nicht erinnern , erklärte heute seine Anwältin Ines Kilian zu Prozessbeginn am Landgericht Görlitz. Der 33-Jährige hatte seine damals zwei Jahre jüngere Freundin mit mindestens 15 Messerstichen getötet. Oberstaatsanwältin Kerstin Nowotny wirft ihm Mord aus Heimtücke vor. Der Angeklagte leide an einer paranoiden Schizophrenie, sei deshalb nicht schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft will ihn für unbestimmte Zeit in der Psychiatrie sehen. Von ihm seien weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten. „Er ist deshalb allgemein gefährlich“.
„Stich mir in den Kopf. Mein Gehirn ist kaputt“
Die Mutter hatte die Bluttat entdeckt. Sie schilderte dem Gericht, dass sie in ihrer Wohnung an der Karl-Marx-Straße in Bautzen zunächst den Freund ihrer Tochter fand – in einer Blutlache liegend im Flur. Er hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten. „Stich mir in den Kopf. Mein Gehirn ist kaputt!“, flehte er sie an. Als sie ein Handtuch für einen Druckverband im Bad holen wollte, sah sie ihre Tochter blutüberströmt in der Badewanne liegen. Sie versuchte, ihr Kind wiederzubeleben – aber vergeblich.
Ihre Tochter lebte mit ihrem Freund seit einem Jahr in der Wohnung. Die Mutter bezeichnete die Beziehung als harmonisch. Eine Woche vor der Tat habe er sich schlagartig verändert. „Er fühlte sich beobachtet, riss Lampen heraus und klebte die Kameras an Handys ab“. Zuvor hatte er sich schon einmal die Pulsadern aufgeschnitten.
Keine Antwort auf das Warum
Der Angeklagte selbst schwieg. Er sei nicht in der Lage, über die Tat zu sprechen, so seine Anwältin Ines Kilian. Eine Erklärung, warum es passiert, habe er nicht. Seine Freundin wollte sich um Hilfe für ihren Freund kümmern. Er hatte offenbar einen Therapieplatz in Aussicht.
Der Prozess wird fortgesetzt. Vier Verhandlungstage sind geplant.