„Frohe Weihnachten, Mama und Papa“- Prozess gegen Serieneinbrecher in Görlitz
Für eine Einbruchserie in Betriebe in Görlitz und Umgebung muss sich seit heute ein 42-jähriger Mann aus Zgorzelec verantworten. Er soll hochwertige Werkzeuge gestohlen haben, zum Beispiel im Bombardier-Werk und in einem Reifenhandel in Kiesdorf. Der Prozess wird vor dem Landgericht Görlitz geführt. Der Schaden ist immens. Allein in drei Fällen geht die Staatsanwaltschaft von fast 80.000 Euro aus. Sie wirft dem Angeklagten insgesamt 19 Taten vor. Dazu gehören auch Einbrüche in den KSC Kraftwerks-Service Hagenwerder,
Anfang dieses Jahres geriet der Angeklagte auf der B 99 in Hirschfelde in eine Polizeikontrolle. Er gab Gas und raste mit bis zu 150 km/h davon. Auch durch einen ausgezogenen Nagelgurt konnte er nicht gleich gestoppt werden. Im polnischen Turow krachte der Kleintransporter gegen das Polizeiauto. Dort wurde er dann gestellt und der polnischen Polizei übergeben. Er kam wieder frei. Wenig später soll er einen mobilen Hähnchen-Grill gestohlen haben. Danach klickten erneut die Handschellen. Er wanderte hinter Gitter. Kurz nach seiner Inhaftierung hatte er offenbar versucht, gemeinsam mit einem Zellenkumpan zu flüchten. Mit einem Metallteil soll er ein 20 Zentimeter großes Loch in die Zellendecke gekratzt haben. Beide wollten über das das Dach der JVA Görlitz zu verduften.
Fünf Verhandlungstage sind bis vor Weihnachten geplant. Möglicherweise wird das Urteil schon eher gefällt. Die Prozessparteien wollen ein sogenanntes Rechtsgespräch führen. Dabei könnte es eine Verständigung geben mit dem Ergebnis, dass dem Angeklagte bei einem umfassenden Geständnis eine etwas mildere Strafe in Aussicht gestellt wird.
Der gelernte Karosseriebauer macht sich aber offenbar keine Illusionen, dass er bald wieder raus kommt. Unserem Kameramann rief er zu: „Frohe Weihnachten, Mama und Papa!“