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Nach Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz - Polizei sichert weitere Spuren

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In Leipzig-Conne­witz ist es nach den Ausschrei­tungen am Montag­abend in der Nacht ruhig geblieben. Laut Polizei gab es keine weiteren Vorkomm­nisse. Heute werden die Beamten noch einmal in der Wolfgang-Heinze-Straße unter­wegs sein, um Spuren zu sichern und Zeugen zu befragen. Unter­dessen haben auch die Aufräum­ar­beiten begonnen. Am Abend waren am Rande des Legida-Jahres­tages 250 Rechts­ex­tre­misten und Hooli­gans durch das Szene­viertel gezogen.Stadt­teil verwüstetNach Polizei­an­gaben drangen die Vermummten in Geschäfte in der Bieder­mann­straße, der Wolfgang-Heinze-Straße und Auerbach­straße ein. Sie schlugen dutzende Schau­fens­ter­scheiben ein, zündeten Pyrotechnik und steckten Autos in Brand. Durch falsch gezün­dete Feuer­werks­körper geriet offenbar auch eine Dachge­schoss­woh­nung in der Wolfgang-Heinze-Straße/Ecke Simil­den­straße in Brand. Täter aus der rechten Fußball­szeneBei Twitter schrieb die Polizei Sachsen am Abend: "In Conne­witz ist die Lage gerade sehr angespannt. Deswegen unser Appell: Bleibt fried­lich". Nach Angaben der Polizei konnten 211 Personen "des rechten Klien­tels" festge­setzt werden. Sie sollen vor allem aus der rechten Fußball-Szene stammen. Ein Großteil sei der Polizei bereits bekannt. Ermit­telt werde wegen schweren Landfrie­dens­bruch, teilte ein Polizei­spre­cher mit. Zunächst wurde die Identität der Personen festge­stellt. Die dunkel geklei­deten Männer wurden mit Kabel­bin­dern gefes­selt und anschlie­ßend mit einem Bus auf's Revier gebracht. Den Bus hatten die Leipziger Verkehrs­be­triebe kurzfristig zur Verfü­gung gestellt. Er wurde beim Wegfahren von Links­au­to­nomen angegriffen und erheb­lich beschä­digt. Nach dem Abtrans­port war die Polizei noch eine Weile mit linken Randa­lie­rern beschäf­tigt, die weitere Mülltonnen anzün­deten.Mehrere Geschäfte attackiertGegen 23.20 Uhr hat die Polizei den Einsatz in Leipzig-Conne­witz gegen die rechts­ex­tremen Randa­lierer beendet, die letzten Betei­ligten wurden mit Trans­por­tern wegge­bracht. Spezia­listen der Kripo sicherten Spuren. Ziel von Sachbe­schä­di­gungen oder Anschlägen mit illegalen Spreng­mit­teln wurde u.a. ein Dönerim­biss. Auch an einer Reini­gung, einem Musik­laden, einem Buchhändler und Gardi­nen­laden wurden Scheiben einge­schlagen.Demos verlaufen fried­lichUnter­dessen versam­melten sich bis zu 3.400 Menschen nach Schät­zungen von "Durch­ge­zählt" bei der Legida-Demons­tra­tion in Leipzig. Dort trat u.a. der Sänger der Band "Kategorie C" auf. Diese wird vom Verfas­sungs­schutz der rechts­ex­tremen Hooli­gan­szene zugeordnet. Bis zu 2.800 Menschen wurden laut Durch­ge­zählt bei Gegen­de­mons­tra­tionen und einer Lichter­kette gegen Gewalt und Rassismus regis­triert. Die Demons­tra­tionen verlie­fend weitge­hend störungs­frei. Reporter angegriffenEiner MDR-Repor­terin wurde aller­dings am Rande der Legida-Demo das Handy aus der Hand geschlagen und anschlie­ßend wurde der Journa­listin mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen, berich­tete der Sender. Ein Reporter der MoPo wurde während einer Ausein­an­der­set­zung zwischen Links­ex­tremen und der Polizei verletzt, berichtet das Portal auf seiner Website.Anschlag auf BahnstreckeAuf die Bahnstrecke Dresden-Leipzig wurde kurz vor Beginn der Legida-Demons­tra­tion ein Brand­an­schlag verübt. Ein Signal an der Strecke sei in Brand gesetzt worden, an zwei weiteren seien Brand­sätze entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der Bundes­po­lizei. Die Vermu­tung liege nahe, dass der Anschlag im Zusam­men­hang mit der Demons­tra­tion von Legida und Pegida in Leipzig stehe. Der Strecken­ab­schnitt zwischen Borsdorf und Leipzig-Engels­dorf wurde zeitweise voll gesperrt. Hinweise auf die Täter gab es zunächst nicht.