Nach Freispruch Runde zwei für Polizei-Professor in Görlitz
Wieder alles auf Anfang: Der Untreue-Prozess gegen einen emeritierten Professor an der Polizeihochschule Rothenburg wird am 6. August neu aufgerollt – und zwar am Landgericht Görlitz. Die Staatsanwaltschaft will, dass der inzwischen 73-Jährige schuldig gesprochen wird. Sie wirft ihm vor, rund 50.000 Euro Forschungsgelder für sich verwendet zu haben. Das Amtsgericht Weißwasser hatte ihn davon freigesprochen.
Er forschte jahrelang zu Kriminalität, Wirtschaftsspionage und Korruption, er hat mehr als 30 Publikationen veröffentlicht. Am Ende seiner Karriere wurde er selbst ein Fall für die Justiz. Vorwurf: Der Professor soll sich „eine Einnahmequelle von einiger Dauer“ verschafft haben. 18 Fälle listete die Staatsanwaltschaft auf. Beweise dafür sah das Amtsgericht Weißwasser aber nicht. Der Prozess vor zwei Jahren endete mit einem Freispruch. Der Kriminologe bestritt vehement, sich bereichert zu haben. Es sei ihm nur darum gegangen, das Forschungsprojekt erfolgreich zu Ende zu bringen.
Im Berufungsprozess am Landgericht Görlitz sind drei Verhandlungstage geplant.