• Ein Brei aus Essensresten, Bratenfett, Feuchttüchern, Wattestäbchen, Windelresten. Foto: kmk

    Ein Brei aus Essensresten, Bratenfett, Feuchttüchern, Wattestäbchen, Windelresten. Foto: kmk

  • Abwassermeistrer Matthias Korn: "Manchmal wird so viel Müll im Abwasser angespült, dass der Rechen blockiert. Dann haben wir vier Stunden Zeit". Foto: kmk

    Abwassermeistrer Matthias Korn: "Manchmal wird so viel Müll im Abwasser angespült, dass der Rechen blockiert. Dann haben wir vier Stunden Zeit". Foto: kmk

Nach vier Stunden laufen die Toiletten über - Reportage aus dem Klärwerk Weißwasser

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Der Gestank nimmt einem  fast die Kraft zum Sprechen. Dunkle, dampfende Klumpen fallen in einen Baucontainer. Die schmierige Masse ist von Fliegen übersät. Ein Metallrechen im Klärwerk Weißwasser hält den Brei aus Essensresten, Bratenfett, Feuchttüchern, Wattestäbchen, Windelresten und Tablettenverpackungen zurück. Es sind die Hinterlassenschaften aus den Haushalten der Stadt und  Umgebung, die eigentlich nicht ins Klo gehören. 

In die Kläranlage fließen täglich rund 2.600 Kubikmeter Abwässer von 23.000 Einwohnern. Drei leistungsstarke Pumpen fördern die braune Brühe aus acht Meter Tiefe nach oben. In einem offenen Gerinne wird das Wasser "gekämmt". In der Siebrechenanlage bleiben feste Rückstände zurück. Jährlich kommen so  rund 50 Tonnen zusammen und weitere 20 Tonnen durch die Reinigung der des 60 Kilometer langen Kanalnetzes.

Manchmal wird so viel Müll im Abwasser angespült, dass der Rechen blockiert, zum Beispiel nach Starkregen. Dann schrillen die Alarmglocken. " Dann bleiben maximal vier Stunden, die Störung zu beheben", so Abwassermeister Matthias Korn. Schaffen das seine Kollegen nicht, fließt das Abwasser zurück. Toiletten laufen über.

Ich hatte nach meiner Recherche noch den ganzen Tag den "Duft" des Klärwerkes in der Nase. 

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Reporter Knut-Michael Kunoth