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Nach Wolfsübergriffen: Landrat drängt auf Abschuss

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Die Serie der Wolfsübergriffe in der Oberlausitz reißt nicht ab. Besonders im Raum Löbau und bei Ralbitz-Rosenthal wurden in den letzten Tagen zahlreiche Angriffe gemeldet, bestätigte uns das Landesumweltamt. Erneut ins Visier der Raubtiere ist dabei das Wildgehege von Ralf Nahrstedt im Ortsteil Krappe geraten. Schon mehr als drei Dutzend seiner Tiere fielen dem Wolf zum Opfer. Nun beklagt der Tierhalter weitere 17 tote Damhirsche.

Der Bautzener Landrat Udo Witschas will nun einen schnellen Abschuss von Wölfen des Rosenthaler Rudels voranbringen. Er habe sich heute erneut an den Landesumweltminister gewandt, teilte die Kreisverwaltung mit. Der CDU-Politiker fordert eine zeitnahe Entscheidung, um die Entnahme der Tiere anordnen zu können. Jedes weitere Zögern könne den Tierhaltern nicht mehr logisch erklärt werden, so der Kreischef. 

Für die Anordnung ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises zuständig. Allerdings muss die zuständige Fachstelle Wolf am Landesumweltamt dafür grünes Licht geben. Bislang ist dies nicht der Fall. „Das entspricht nicht dem Minister-Wort, der eine pragmatischere Herangehensweise versprochen hatte. Die Fachstelle ist überlastet, die notwendigen Unterlagen können nicht mehr fristgerecht erstellt werden, das freut nur den Wolf, der sich inzwischen ungehemmt seinen Hunger an der Schafherde stillt.“, betont Witschas.

In den letzten Wochen wurden Wolfsrisse aus vielen Regionen der Oberlausitz gemeldet. Bei den Übergriffen war der Mindestschutz der betroffenen Anlagen überwiegend gegeben. Dennoch überwinden die Tiere die geforderte Barriere oft problemlos.