• Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist eines von nur zwei geschützten Wildnisgebieten im Freistaat (Archivoto: Frank Richter)

    Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist eines von nur zwei geschützten Wildnisgebieten im Freistaat (Archivoto: Frank Richter)

Naturschützer fordern mehr Wildnis in Sachsen

Zuletzt aktualisiert:

Zwei Prozent der Fläche von Deutschland sollen Wildnis werden – das ist das Ziel der Bundesregierung. Doch bei uns im Freistaat sind zurzeit nicht einmal 0,4 Prozent Wildnisgebiete, kritisiert der Naturschutzbund Sachsen (NABU). Die Naturschützer sagen, dass Wildnisareale wichtig für den Artenschutz sind. Seltene Vögel, Säugetiere, Fledermäuse, Amphibien und Reptilien würden die Lebensräume benötigen. Die einzigen bestehenden Wildnisgebiete Königsbrücker Heide und Sächsische Schweiz würden dafür nicht ausreichen.

Der NABU hat 20 Vorschläge vorgelegt, wo in Sachsen Wildnisareale entstehen bzw. erhalten werden könnten: ob Wälder nördlich von Oberwiesenthal, die Dahlener Heide und der Wermsdorfer Wald in Nordsachsen, der Hartmannsdorfer Forst in Mittelsachen, der Tharandter Wald bei Freital, das Dubringer Moor bei Hoyerswerda oder der Truppenübungsplatz Oberlausitz.

Solche Gebiete könnten schnell unter Schutz gestellt werden – ohne große Konflikte mit Politik oder Anwohnern. Zu Beispiel Tagebaufolgelandschaften würden Chancen für Flora und Fauna bieten. Wichtig sei, dass unterschiedliche Naturräume berücksichtigt würden und nicht nur beispielsweise Kammlagen im Erzgebirge. Neue Wildnisräume würden gerade im schon stattfindenden Klimawandel eine wichtige Ressource sein zum Erhalt der Artenvielfalt und damit letztlich auch für den Menschen.