Netz für Obdachlose in Görlitz gespannt
Der Winter hat die Lausitz fest im Griff. Vergangene Nacht fielen die Temperaturen bis auf minus 20 Grad. In Sohland an der Spree wurden minus 23,4 Grad gemessen. Es war damit der zweitkälteste Ort in Sachsen. Minusgrade im zweistelligen Bereich gibt’s auch in den kommenden Nächten. Auch tagsüber herrscht weiter Dauerfrost. Da ist jeder froh, wenn er sich in die warme Stube zurückziehen kann. Aber was machen Menschen, die keine feste Bleibe haben?
Notschlafstelle für eine Nacht
Für Obdachlose gibt es vor allem in den größeren Städten in der Lausitz Hilfsangebote, so zum Beispiel in Görlitz. Wer kein Dach über den Kopf hat, kann sich an die Wohnungslosenhilfe der AWO Oberlausitz in der Zittauer Straße 17 wenden. Bedürftige erhalten dort Angebote. Sie können zum Beispiel in einer sozialen Wohnstätte unterkommen. „Es gibt außerdem eine Notschlafstelle für eine Nacht. Dann schauen wir weiter“, so Leiterin Barbara Scheuerlein.
Sie und ihre Kollegin führen jährlich zwischen 170 und 200 Beratungsgespräche. So viele Obdachlose gibt es nicht in Görlitz und Zgorzelec. Wie viele Menschen in der Neißestadt kein Dach über den Kopf haben, das ist schwer zu schätzen. Die Zahl dürfte schwanken, vielleicht zwischen 20 und 30 liegen, insgesamt in beiden Teilen der Stadt.
Belegte Brote und eine heiße Dusche
Nur 200 Meter von der Wohnungslosenhilfe entfernt, befindet sich die Görlitzer Bahnhofsmission. Dort erhalten Obdachlose und andere Bedürftige heiße Getränke und belegte Brote. In der Stadtmission an der Langenstraße wird Suppe ausgeschenkt. Besucher können frische Wäsche bekommen und sich einmal die Woche duschen.
Weitere Informationen für Wohnungslose:
www.goerlitz.de/news/detail/1375-Hilfe-fuer-Wohnungslose-in-der-kalten-Jahreszeit