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Neue Ära: Mediziner-Uni in Cottbus wird gegründet

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Die neue Mediziner Uni am Cottbuser Carl-Thiem Klinikum legt los. Die „Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem“ wird am Montag offiziell gegründet. Geplant sind 200 Studienplätze für Erstsemester pro Jahr und 80 Professuren sowie rund 1300 neue Stellen für Forschung und Lehre. Die Besetzung der Professuren läuft bereits. 2026 sollen die ersten Studenten dann immatrikuliert werden. Es ist eines der größten Strukturwandelprojekte. Fast vier Milliarden Euro werden bis 2038 in die neue Uni investiert.

Die neue Medizinische Universität Lausitz will als deutschlandweites Modell nicht nur die Gesundheitsversorgung verbessern - sondern auch Patienten Erleichterungen bringen. Die Versorgung werde stabiler und besser, sagte der Vorstandschef der Unimedizin, Eckhard Nagel. Auch die Abläufe zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten sollten sich verbessern: „Die Modellregion soll es ermöglichen, dass wir hier ein integriertes Versorgungskonzept entwickeln.“ Dazu komme das Ziel von mehr Prävention: „Wir wollen verhindern, dass Menschen krank werden.“ Es sei allerhöchste Zeit, etwas zu tun. Die Erfolgsgeschichte des deutschen Gesundheitswesens habe einen Knick bekommen, was sich an fehlender Versorgung in der Fläche zeige. 

Ministerin sieht bessere Versorgung als Aufgabe

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle sieht mit der Uni konkrete Verbesserungen nicht nur für die Lausitz. Die Aufgabe sei, die gesundheitliche Versorgung besser zu machen, sie sicherzustellen und das Versprechen zu geben, „dass es nach dem Strukturwandel den Menschen besser geht als vorher“, sagte die SPD-Politikerin. Sie verwies auf die schnelle Planungszeit.

Eine Stabsstelle im Ministerium begann 2020, der Wissenschaftsrat gab im April dieses Jahres grünes Licht und der Landtag beschloss vergangene Woche das entsprechende Gesetz. Vorstandschef Nagel sagte, er kenne kein anderes universitäres Neugründungsprojekt, das so schnell umgesetzt worden sei. Bis 2038 sollen nach Angaben der Landesregierung fast vier Milliarden Euro von Bund und Land in die Uni investiert werden.

Eine Landarztquote für Brandenburg ist geplant

Die Medizin-Uni plant eine Landarztquote von zehn Prozent. Damit sollten junge Studierende verpflichtet werden, nach dem Studium ihre Arbeit zunächst in der Lausitz oder einem anderen ländlichen Gebiet in Brandenburg aufzunehmen, sagte Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorstand für Wissenschaft. Die Dauer soll voraussichtlich bei zehn Jahren liegen.

In Brandenburg gibt es bereits eine medizinische Hochschule. Die private Medizinische Hochschule Brandenburg in Neuruppin und Brandenburg an der Havel und die staatliche neue Universitätsmedizin sollen sich jedoch ergänzen. „Wir haben Bedarf für beide Hochschulen in diesem Land“, sagte Schüle. (mit dpa)