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Neue Ortsmitte von Mührose in Schleife übergeben

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In Schleife bei Weißwasser wird am Nachmittag (16 Uhr) die neue Ortsmitte von Mühlrose übergeben. Entstanden ist eine Siedlung mit über 40 Wohn- und kommunalen Grundstücken  mit Dorfgemeinschaftshaus. Tagebaubetreiber Leag hat sie für rund 200 Bewohner aus Mühlrose errichtet. 

Alt-Mühlrose  - rund fünf Kilometer von der neuen Ortsmitte entfernt - soll dem Tagebau Nochten weichen. Dort sind noch neun Grundstücke bewohnt.  Bis Ende dieses Jahres soll die Umsiedlung des Ortsteils von Trebendorf abgeschlossen sein. Die Planungen des Tagebaubetreibers sehen vor, die komplett beräumte Fläche 2029 verfügbar zu haben. Unter Mühlrose lagern rund 150 Millionen Tonnen Kohle. Die Leag geht bislang davon aus, dass die Menge nach wie vor gebraucht wird, „um vor allem das Kraftwerk Boxberg bis Ende 2038 unterbrechungsfrei, sicher und bedarfsgerecht zu versorgen“.

Bei einer Bürgerbefragung im Jahre 2017 hatte eine deutliche Mehrheit der etwa 200 Mühlroser entschieden, gemeinsam in die Nachbargemeinde umzusiedeln. Der sehr komplexe Prozess habe sich über Jahre hingezogen, sagt der Bürgermeister von Schleife, Jörg Funda (CDU). „Alle haben sich große Mühe gegeben - im Sinne der Menschen“, schätzt er ein. Die Leute seien froh, angekommen zu sein. 

 Auf dem insgesamt 14 Hektar großen Gelände von Neu-Mühlrose konnte ab Sommer 2020 gebaut werden. 30 Häuser seien inzwischen bewohnt, 2 weitere nahezu bezugsfertig. Auf drei Grundstücken werde gerade gebaut. Für das Dorfgemeinschaftshaus war im Oktober 2022 Richtfest gefeiert worden. Straßen in der Siedlung tragen Namen, wie sie aus Mühlrose bekannt sind, etwa Jagdschlossweg und Am Dorfanger.

Der Gemeinde Schleife mit rund 2500 Einwohnern brachte die Umsiedlung bereits einen Zuzug von knapp 100 Menschen, wie Bürgermeister Funda sagt. Manche, die nicht neu bauen wollten, seien in eine Mietwohnung unweit des örtlichen Versorgungszentrums gezogen. Andere entschieden sich für neues Bauland in Trebendorf und blieben damit in ihrer bisherigen Gemeinde. Laut Leag betrifft das Bewohner von sechs Grundstücken des alten Ortes Mühlrose.

„Die meisten wollten es so, wie es jetzt passiert“, sagt Funda über die Stimmung in der einheimischen Bevölkerung. Proteste von Umweltaktivisten setzten erst ein, als die Entscheidung für die Umsiedlung längst gefallen war. Die Aktionen seien deshalb vor Ort sogar als störend empfunden worden. (dpa/red)