++ EIL ++

Nieskyer Stadtrat fasst keinen Beschluss zum umstrittenen Eisenbahntestzentrum

Zuletzt aktualisiert:

Der Nieskyer Stadtrat hat die Einschätzung des Kommunalen Entwicklungsbeirat zum umstrittenen Eisenbahntestzentrum zur Kenntnis genommen. Stadträte lobten gestern Abend die Arbeit des ehrenamtlichen Gremiums, lehnten aber einen Beschluss zu den Empfehlungen zum jetzigen Zeitpunkt ab. Er sei nicht zwingend notwendig. 

Oberbürgermeisterin Kathrin Uhlemann schlug eine Extra-Sitzung im Januar vor. Dann könnten sich  die Stadträte ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen. Der aus 25 Vertretern der Stadtgesellschaft bestehende Beirat hatte Vor- und Nachteile eines Testzentrums abgewogen und war zum Schluss gekommen, dass Chancen überwiegen. Ein Stadtrat bemerkte, dass sich die Stadt in so ein vom Land initiiertes Großprojekt sowieso nicht einbringen könne. Er schlug vor, sich auf das Thema Holzbau zu konzentrieren. Da sei man schon weiter. Die AfD würde einem Beschluss generell nicht zustimmen.

Die Idee für ein Eisenbahntestzentrum mit einem 20 Kilometer langen Gleisoval war vor drei Jahren von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig  ins Gespräch gebracht worden. Schienenfahrzeuge sollen auf der Anlage erprobt werden, vom Lkw auf Schienen über Straßenbahnen bis hin zu ICE-Zügen. Von Investitionskosten von 270 Millionen Euro und 150 neuen Jobs war die Rede. Als Gelände wurden damals Flächen nördlich von Niesky in den Fokus genommen. Daraufhin hagelte es Protest von Bewohnern, die sich übergangen fühlten. Sie lehnen das Projekt vor ihrer Haustür ab.

In  Dresden wurden in den vergangenen Monaten weitere potentielle Standorte geprüft. Bis zum Jahresende wollte das Wirtschaftsministerium die Ergebnisse vorstellen.