„Niklas“ fegt über die Lausitz - Junge in Weißwasser und Autofahrerin in Bischofswerda verletzt
„Niklas“ ist gestern Abend über die Lausitz gefegt. Das Sturmtief richtete zahlreiche Schäden an. Zwei Menschen wurden verletzt. In Bischofswerda fiel ein Ast auf ein Auto und zertrümmerte Front- und Seitenscheibe des Wagens. Die 45-jährige Fahrerin zog sich Schnittwunden im Gesicht zu und erlitt einen Schock. Sie kam ins Krankenhaus. In Weißwasser wurde ein 14-jähriger Junge von umherfliegenden Styroporteilen getroffen und verletzt. Sturmböen hatten die Dämmung von der Fassade eines Wohnblocks an der Boxberger Straße gerissen.
Die zentrale Leitstelle in Hoyerswerda gab bis zum späteren Abend über 300 Einsatzaufträge für die Feuerwehren in den Landkreisen Görlitz und Bautzen aus. „Vom umgestürzten Baum bis zum abgehobenen Dach“, sagte ein Sprecher unserem Sender. Das Personal wurde kurzfristig aufgestockt. 15 Disponenten nahmen die Notrufe entgegen. Sie hätten am Limit gearbeitet.
Bei Schleife stürzte ein Baum auf die Bahnlinie Weißwasser-Cottbus. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft ODEG stellte den Zugverkehr auf der Strecke Zittau-Görlitz-Cottbus und auf der Verdichterlinie Görlitz-Bautzen vorübergehend ein. Am Morgen wurde der Zugverkehr wieder aufgenommen. Es könne aber zu leichten Einschränkungen kommen, teilte die ODEG mit.
Die Photovoltaikfelder auf einem Wohnhausdach in Schwosdorf bei Kamenz drohten abzustürzen. Feuerwehrleute sicherten die Anlage.
In Görlitz fuhr der Sturm in marode Dächer. Ziegel flogen auf Gehwege und Straßen. „Es ging hintereinander weg“, so ein Sprecher der Görlitzer Berufsfeuerwehr. Bis 22 Uhr rückten die Feuerwehrleute zu fast 20 Einsätzen aus.
Dauereinsatz auch für die Bischofswerdaer Feuerwehr. Ein Baum drohte auf ein Wohnhaus im Ortsteil Weickersdorf zu stürzen. Mit Hilfe von Traktoren wurde „Kippkandidat“ zunächst gesichert und anschließend Stück für Stück heruntergeschnitten. In Kriepitz bei Kamenz deckte der Sturm das Dach einer Scheune ab.
Im Laufe der Nacht ließ der Sturm etwas nach. Der Deutsche Wetterdienst hob seine Unwetterwarnung auf. Mit stürmischem Wind (70 bis 100 Kilometer pro Stunde) muss auch am Mittwoch noch gerechnet werden. Er geht aber nicht mehr so heftig zu.
Nach „Niklas“ wird es kühler. Die Temperaturen sinken auf niedrige einstellige Plusgrade. Auch zu Ostern soll es recht kühl werden.