++ EIL ++

Notruf aus der Schrottpresse

Zuletzt aktualisiert:

Die Polizei hat am Himmelfahrtstag wieder viel zu tun. Sie wird zu Schlägereien gerufen, zieht Blaufahrer aus dem Verkehr, ahndet Beleidigungen, verteilt Platzverweise. Alle Jahre wieder!  Im Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Görlitz gehen an Tagen wie Himmelfahrt mehr Notrufe ein als gewöhnlich.

An „normalen“ Tagen sind es 126 im Durchschnitt und in Spitzenzeiten doppelt so viele, z.B. bei Unwettern, an bestimmten Feiertagen oder zu großen Volksfesten. Oder auch an heißen Sommerabenden, so Daniel Züschner, Leiter des Führungs- und Lagezentrums. „Da sind mehr Leute draußen und es kommt zu mehr Konflikten.“ Im vergangenen Jahr gingen in der Polizeizentrale in Görlitz fast 46.000 Notrufe aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen ein.

Nicht selten werden die Polizisten auch zu Streitigkeiten in Familien gerufen. „Oftmals ist es so, dass Kinder den Notruf wählen, wenn sich die Eltern streiten.“ Jeder fünfte Notruf ist aber kein Notruf. Betrunkene nach Hause bringen, Wohnungstüren öffnen, beim Reifenwechsel helfen oder die ausgerissene Katze suchen  - das geht nicht als Blaulichteinsatz durch.

Mitunter gibt es aber auch Grenzfälle. Ein Mann rief völlig aufgelöst an - von einem Festnetzanschluss. Er wähnte sich im Kofferraum seines Autos in einer Schrottpresse. Der Polizist am Notrufpult stutzte für einen Moment. Dann gab er dem Anrufer den Rat, das Licht einzuschalten. Daraufhin stellte der Mann fest, dass er in seinem Bett lag. Er hatte offenbar einen Albtraum.

 

Audio:

Knut-Michael Kunoth