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Oberlausitz ist zweite Urlaubsadresse

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Die Oberlausitz hat  sich als Adresse für Kurzurlaube und verlängerte Wochenenden etabliert. Die Region sei häufig zweites oder drittes Urlaubsziel, sagte heute Olaf Franke, Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien.

Im vergangenen Jahr wurden rund zwei Millionen 19.000 Übernachtungen gebucht. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Zugleich wurde das Vor-Corona-Zeit-Niveau mit einem Plus von 0,2 Prozent leicht übertroffen.  Im sachsenweiten Vergleich der ländlichen Urlaubsregionen erzielte die Oberlausitz nach der Sächsischen Schweiz die größten Wachstumsraten. Reisemagneten waren Görlitz, Bautzen und Großschönau mit dem Trixi-Ferienpark. Herrnhut habe von seinem Unesco-Welterbetitel profitiert.

Niederländer machen länger Ferien in der Oberlausitz

Mehr ausländische Gäste haben 2024 die Ferienregion Oberlausitz-Niederschlesien entdeckt. Mehr als 22.000 Übernachtungen wurden von tschechischen Besuchern gebucht und damit über 23 Prozent mehr als im Vorjahr.  Danach folgt Polen mit  rund 17.300 Übernachtungen (plus 13,1 Prozent).  Gern kommen auch Niederländer in die Oberlausitz.  Sie blieben im Durchschnitt fast dreieinhalb Tage und damit länger als andere Touristen.

In diesem Jahr wird erstmals eine Gästekarte eingeführt, und zwar für Urlauber im Zittauer Gebirge. Sie können ab Mai Busse und Bahnen kostenlos nutzen, erhalten freien Eintritt und Rabatte in Museen und andere Freizeiteinrichtungen.  Im Gegenzug wird eine Gästeabgabe von 2,90 Euro pro Nacht erhoben.

Warnung vor Versorgungslücken

Sorgen bereiten den Touristikern, dass Urlauber vor  immer mehr geschlossenen Gaststätten und Imbissständen, u.a. entlang der Fahrradrouten, stehen. Betreiber haben angesichts weiter steigender Kosten aufgegeben oder keinen Nachfolger gefunden.  Der Bautzener Landrat Udo Witschas warnte vor Versorgungslücken. Auch sein Görlitzer Kollege  Stephan Meyer sprach von einer großen Kostenbelastung der Gastrobranche. Als Hoffnungszeichen bezeichnete er die nach den Sondierungsgesprächen von CDU, CSU und SPD vorgetragene Absicht, den Mehrwertsteuersatz in der Gastrobranche auf sieben Prozent senken zu wollen.

Nach einer Erhebung sind rund 17.000 Arbeitsplätze in der Oberlausitz direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig. Die Branche zahlt jährlich rund 20 Millionen Euro Steuern an die Kommunen.

Audio:

Knut-Michael Kunoth
Olaf Franke, Geschäftsführer der Marketinggesellschafft Oberlausitz-Niederschlesien zu einem Problem
Der Görlitzer Landrat Stephan Meyer zu Versorgungslücken in der Gastronomie in der Urlaubsregion Oberlausitz-Niederschlesien