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Oberlausitz-Kliniken wollen Fachkräfteallianz mit China

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Die Oberlausitz-Kliniken wollen in Fragen der Fachkräftegewinnung enger mit China zusammenarbeiten. Ziel ist es, künftig einfacher Ärzte und Pflegekräfte für die Region zu gewinnen, erklärte Geschäftsführer Jörg Scharfenberg. Besonders im Bereich der Kardiologie sei eine verstärkte Zusammenarbeit geplant.

„Wir können uns sehr gut vorstellen, dass chinesische Fachkräfte künftig zur Ausbildung im Facharztbereich oder auch im Fachpflegebereich nach Deutschland kommen und hierzulande die Zertifikate erlangen. Wir können uns aber auch sehr gut vorstellen, dass Mediziner von uns nach China reisen und dort Ärzte, Pflegekräfte und Medzinstudenten weiterbilden und auch gemeinsame Operationen durchführen“, erklärt der OLK-Chef am Rande des Besuchs in Bautzen.

Eine Delegation von Vertretern des Volkskrankenhauses Changzhi wurde am Mittwoch in Bautzen empfangen. Nach einer Besichtigung von OLK-Standorten mit anschließender Gesprächsrunde waren die Vertreter am Nachmittag zu Gast im Rathaus. Oberbürgermeister Karsten Vogt begrüßte die Delegation offiziell in der Spreestadt.

In den kommenden Monaten soll die Zusammenarbeit weiter vertieft werden. Auch ein Austausch bei Tourismus- und Strukturwandelthemen ist geplant. „Wir wollen eine Win-Win-Situation für beide Seiten schaffen“, schildert Geschäftsführer Scharfenberg. Besonders angesichts des demografischen Wandels habe die Kooperation eine große Bedeutung für beide Seiten, meint der Klinikchef.

Bereits im September 2023 war eine deutsche Delegation zu Gast in China. Dabei wurde ein Kooperationsvertrag zwischen dem Herzzentrum Dresden und dem Volkskrankenhaus geschlossen.

Im August ist nun ein weiteres Treffen in Changzhi geplant, bei dem weitere Weichen für eine Zusammenarbeit gestellt werden sollen. Aktuell seien die Hürden für einen Austausch mit China sehr hoch. Ziel sei es, im Spätsommer eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zu unterzeichnen.

Das Volkskrankenhaus Changzhi ist eines größten medizinischen Zentren in der Region. Jährlich werden über 1,1 Millionen Patienten versorgt. In den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen und Bischofswerda sind es pro Jahr etwa 75.000 Patienten.