• Protestplakat in Schleife. Auf den Hochkippen sollen Photovoltaikanlagen errichtet und dafür Wald gerodet werden.

Ökoenergie-Millionenprojekt für Schleife - Chance oder Skandal?

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Schleife bei Weißwasser gehört zu den am stärksten vom Strukturwandel betroffenen Gemeinden in der Lausitz. Der Kohlebagger hat in den vergangenen Jahrzehnten dem Ort Land geraubt. Auch Mühlrose soll noch verschwinden. Schleife am Rande des Tagebaus Nochten braucht eine Perspektive. Bei Bürgermeister Jörg Funda hat sich eine Investorengruppe vorgestellt. Sie will hinter den Hochkippen ein ökologisches Kraftwerk mit vier Modulen errichten,  mit 30 Windrädern sowie Photovoltaik, einer Produktion von Wärmespeichern und einem Holzenergiewerk. Bürgermeister Jörg Funda geht von mindestens 300 Arbeitsplätzen aus. Der Flächeneigentümer bringe 870 Hektar ein. 

Pro Jahr könnte eine Terrawattstunde – also eine Milliarde Kilowattstunden - Energie erzeugt werden, so der Bürgermeister. Die Gemeinde könnte auf lange Sicht preiswert Strom und Wärme beziehen.

Kritik kommt von der Bürgerinitiative. Sie befürchtet, dass für das Vorhaben hunderte Hektar Wald geopfert werden. Daniel Jakubik, Mitglied Interessengemeinschaft  Mulkwitzer Hochkippen, spricht von einem sehr fragwürdigen und skandalösen  Projekt. Er fürchtet um das letzte zusammenhängende Waldgebiet in der Gemeinde. Es gehe um 870 Hektar Wald, "die verschwinden sollen". "Stimmt nicht", entgegnet der Bürgermeister. "Diese Zahl ist falsch." Die Flächenplanung soll in Kürze vorgelegt werden.

Noch ist nichts entschieden. Es gibt bislang nur eine Willensbekundung des Gemeinderates: Die Mehrheit steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Bürgermeister Jörg Funda und Daniel Jakubik, Mitglied der Interessengemeinschaft Mulkwitzer Hochkippen