ÖPNV in der Oberlausitz in tiefroten Zahlen
Der öffentliche Nahverkehr gehört zu den großen Verlierern der Corona-Krise. Während der Sperren und Einschränkungen fuhren nur wenige Busse und Züge, blieben viele Fahrgäste aus. Heute hat der Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien - ZVON - Zahlen vorgelegt.
Busse und Bahnen in der Oberlausitz sind tief in die roten Zahlen gefahren. Die Einnahmen sanken um mehr als 1,6 Millionen Euro im Gebiet des Verkehrsverbundes ZVON, und zwar im März, April und Mai. ZVON-Geschäftsführer Hans-Jürgen Pfeiffer: „Im April hatten wir knapp 840.000 Euro Mindereinnahmen. Das sind rund 44 Prozent der Einnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat“.
Die Bus- und Bahnunternehmen sollen staatliche Hilfen erhalten, unter einen Rettungsschirm kommen – hat die Politik versprochen. Der Bund will die Hälfte der entgangenen Fahrgeldeinnahmen übernehmen. Spätestens im Oktober müssten die Verkehrsunternehmen die Zahlungen bekommen, damit sie liquide bleiben, so Pfeiffer.
Johannes Wilhelm fordert ein rasches Handeln. Der Busunternehmer aus Großpostwitz fährt auf neun Linien im Kreis Bautzen. „Wir haben rund 20 Prozent Einnahmen weniger im Monat. Das sollte schon ausgeglichen werden.“
Der öffentliche Nahverkehr in der Oberlausitz werde voraussichtlich noch bis zum Jahresende Verluste einfahren, schätzt der ZVON. Die Fahrgäste kommen nur langsam wieder. Ihr Vertrauen will der Verbund mit einer Kampagne „Urlaub zu Hause“ zurückgewinnen. ZVON-Sprecherin Sandra Trebesius: „Wir wollen zeigen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel keine Virenschleudern sind, sondern der Fahrgast gesund von A nach B kommt“. Diese Botschaft will der ZVON vor allem über die sozialen Medien verbreiten.