Operation Dornröschen glückt nur selten - Bahnhöfe in der Lausitz vergammeln
Die Deutsche Bahn hat eine Last abgeworfen. Sie hat fast alle der über 400 Bahnhofsgebäude verkauft. Übrig sind nur noch 21. Das geht aus einer Auswertung der Allianz pro Schiene hervor. Der Verein kritisierte das Gebaren der Bahn. Oftmals seien die Gebäude dem Verfall preisgegeben.
Auch in der Oberlausitz gammeln viele Bahnhöfe vor sich hin. Manch ein Käufer erwarb sie als Spekulationsobjekt. So wechselten Stationen schon einige Male den Besitzer, wie etwa der Wilthener Bahnhof. Andere träumten von einem Drogeriemarkt mit Café oder von einem Bürgerbahnhof in den heruntergekommenen Immobilien.
In Weißwasser und Neusalza-Spremberg könnte Operation „Wach auf Dornröschen“ glücken – aber nur mit Kohle aus den Kohle-Millionen, dem sogenannten Strukturmittelfonds für die Lausitz. Zuvor hatten die beiden Städte die Immobilien gekauft. Auch in Großschönau ist die Gemeindeverwaltung Bahnhofsbesitzer. Sie hatte das über 150 Jahre alte Gebäude vor elf Jahren gekauft. Es erstrahlt wieder wie neu. Ohne Fördermittel wäre das auch nicht möglich gewesen. Im Großpostwitzer Bahnhof stellt seit über einem Jahr das Verwaltungszentrum Großpostwitz-Obergurig die Weichen. Mehr als vier Millionen Euro wurden investiert. Damit ging ein Wunsch vieler Einwohner in Erfüllung
Dass ein Bahnhof auch mit „privater Kohle“ gerettet und zur Visitenkarte herausgeputzt werden kann, zeigt die Initiative von zwei Bauunternehmern. Sie hatten vor einigen Jahren das Stationsgebäude in Bautzen von der Deutschen Bahn gekauft und saniert. Das Foyer mit Reisezentrum und Wartezone, Bäckereifiliale und Café kann sich sehen lassen. Die oberen Etagen belegt das Landratsamt. Die Behörde ist Hauptmieter. Durch die Mietnahmen werden die Sanierungskosten mit refinanziert.