Osterreiter überbringen frohe Botschaft - Saatreiter segnen Felder in Ostritz
Osterreiter haben wieder Tausende Schaulustige in ihren Bann gezogen. Rund 1.300 festlich geschmückte Herren zogen gestern bei meist sonnigem Wetter hoch zu Roß durch die sorbischen Gemeinden im Städtedreieck Bautzen-Kamenz-Wittichenau und überbrachten die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi.
Die Tradition wurde in den vergangenen zwei Jahren durch Corona unterbrochen bzw. geschmälert: 2020 musste das Osterreiten abgesagt werden, 2021 fand es mit Abstrichen statt. Die Wurzeln des Brauchs reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück, als man durch Feldumritte glaubte, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können.
In Ostritz schwärmten zum 393. Mal die Saatreiter aus. Fast 70 Reiter segneten die Felder an der Neiße und überbrachten auch die Osterbotschaft. Traditionell startet die Prozession an der katholischen Kirche mit Glockenläuten und Trompetensignal. Dann ging es zum Kloster St. Marienthal, anschließend über den Bergfrieden zum Hutberg-Kreuz und den Galgenberg zurück zum Ostritzer Markt.
In Ostritz wurde ein Reiter von seinem Pferd abgeworfen und kam danach ins Krankenhaus. Wie schwer er verletzt wurde, war zunächst unklar. Das Pferd sei gestiegen, hieß es zur Ursache des Sturzes. In Ralbitz klemmte sich ein 60 Jahre alter Mann beim Halten eines Pferdes einen Finger offenbar im Halfter ein - so stark, dass der Finger schwer verletzt wurde. Ein Rettungshubschrauber brachte den Mann in eine Klinik. Ebenfalls in Ralbitz kam ein Pferd einem Auto zu nah und trat das Fahrzeug. Zur Schadenshöhe war zunächst nichts bekannt.
Der Polizeibericht im Wortlaut:
An den vier Osterreitprozessionen zwischen den Ortslagen Panschwitz-
Kuckau und Crostwitz sowie zwischen Nebelschütz und Ostro nahmen
insgesamt 541 Reiter teil. Die Prozessionen wurden von etwa 15.000
Besuchern verfolgt. Beim Abschlussreiten in Crostwitz kam es zu einem
Reitunfall, hierbei stürzte ein Reiter vom Pferd und verletzte sich dadurch
leicht.
Im Revierbereich Bautzen nahmen an den drei traditionellen
Osterreiterprozessionen zwischen den Ortslagen Bautzen und Radibor
und den Ortslagen Radibor und Storcha insgesamt 224 Reiter teil.
Ungefähr 18.000 Gäste besuchten die Veranstaltungen. Während der
Umrundung des Bautzener Doms kam es zu einem Verkehrsunfall
zwischen einem Pferd und einem Pkw, wobei Sachschaden am Pkw
entstand. Das Pferd blieb unverletzt.
Die Prozessionen zwischen den Ortslagen Wittichenau und Ralbitz
fanden mit 641 Reitern statt. Etwa 10.000 Zuschauer verfolgten die
Umzüge. Ein Pferd beschädigte in Schönau einen Pkw. Reiter und
Fahrzeugbesitzer einigten sich selbst zur Regulierung des Schadens.
Während einer Pause verletzte sich ein 60-jähriger Helfer schwer an der
Hand, nachdem ein Pferd in der Stallung scheute.
Am traditionellen Saatreiten in Ostritz beteiligten sich 68 Reiter. Entlang
der Strecke verfolgten ca. 5.500 Personen die Prozession. Es kam zu
keinerlei Störungen.
Insgesamt verliefen alle Veranstaltungen ohne Störungen. Lediglich bei
den anderen Verkehrsteilnehmern waren starke Nerven gefordert, da die
Brauchtumspflege erhebliche Behinderungen mit sich brachte.