• Osterreiter in Bautzen. Foto: Dieter Eimer

Osterreiter und Saatreiter verkünden frohe Botschaft

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Mit feierlichen Prozessionen erreicht heute die Osterzeit in der Oberlausitz ihren Höhepunkt. Fast 1.600 sorbische Osterreiter ziehen  übers Land und verkünden die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi. Mehr als 10.000 Schaulustige werden erwartet. Sie säumen heute die Prozessionsstrecken. 

Männer mit Frack und Zylinder – hoch zu Ross. Singend ziehen sie in die benachbarten Pfarrgemeinden. Die Osterreiter sind heute zwischen Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz unterwegs – in neun Prozessionszügen. Start ist u.a. in Bautzen, Panschwitz-Kuckau, und Wittichenau. Die Reiter kommen durch mehr als 30 Orte.

Den größten und ältesten Kreuzritt können Touristen mit mehr als 400 Osterreitern in Wittichenau erleben. Nachweislich seit 1541 führt sie ihre Prozession auf dem Rücken der Pferde nach Ralbitz. Die Ralbitzer kommen im Gegenzug nach Wittichenau. Und es gibt eine weitere Besonderheit: Ein Teil der Kreuzreiter singt und betet auf Deutsch. Neben diesen beiden Zügen gibt es noch sieben weitere Osterreiter-Prozessionen. Dabei formieren sich die »křižerjo« - obersorbisch für Kreuzreiter - zu zweit. Die ersten Paare tragen Kirchenfahnen, Kruzifix und eine Statue des Auferstandenen. 

In Ostritz schwingen sich Saatreiter in den Sattel. Sie segnen die Saat der Bauern. Auch sie verkünden die frohe Botschaft von der Auferstehung.  Es werden knapp 100 sein. Die Tradition an der Neiße wird schon seit fast 500 Jahren gepflegt.  

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth hat Clemens Schkoda aus Ostro getroffen. Vor 22 Jahren nahm er das erste Mal am Osterreiten teil.

Saatreiter Michael Meier. Der 60-Jährige ist schon zum 46. Mal dabei