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Pegida will trotz Terror-Drohungen weitermachen

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Trotz islamis­ti­scher Terror­dro­hungen will die Pegida-Bewegung in Dresden weiter­ma­chen. "Das Recht auf Versamm­lungs- und Meinungs­frei­heit wollen wir uns nicht nehmen lassen", erklärte die Mitbe­grün­derin der islam­kri­ti­schen Bewegung, Kathrin Oertel, am Montag auf einer Presse­kon­fe­renz in Dresden in den Räumen der Landes­zen­trale für politi­sche Bildung. Man habe sich aus Verant­wor­tung für die Teilnehmer zwar dazu entschlossen, die Kundge­bung am Montag­abend abzusagen. "Das bedeutet nicht, dass wir uns mundtot machen lassen", so Oertel. Mit Hochdruck werde an einem Sicher­heits­kon­zept gearbeitet. Auf die Frage nach den langfris­tigen Zielen erklärten die Pegida-Vertreter, dass man nicht jeden Montag durch Dresden laufen wolle. Es gebe zudem in den nächsten Tagen auch Dialog mit Politi­kern.Tillich vertei­digt Demo-VerbotMinis­ter­prä­si­dent Stanislaw Tillich (CDU) hat die Entschei­dung für ein Versamm­lungs­verbot in Dresden vertei­digt. Laut Tillich musste zwischen dem grund­ge­setz­lich verbrieften Demons­tra­ti­ons­recht und der Sicher­heit abgewogen werden. "Der Schutz von Leib und Leben von Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mern überwog", sagte er am Montag in der Staats­kanzlei. "Es handelt sich um einen konkreten Einzel­fall für die Demons­tra­tionen heute Abend hier in Dresden", betonte er. Denn Freiheit brauche auch Sicher­heit.  Terroro­dro­hung hatte zu Demo-Verbot geführtEine Terror­dro­hung von Islamisten hatte die Polizei veran­lasst, alle Versamm­lungen unter freiem Himmel in Dresden am Montag zu verbieten. Das gilt für die Pegida-Bewegung ebenso wie für die geplante Gegen­de­mons­tra­tion. Grund sei die Sicher­heits­lage. Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel teilte am Sonntag in einer Presse­mit­tei­lung mit:Morddro­hung gegen Pegida-Organi­sator„Es gibt Hinweise des Staats­schutzes, dass auf ein Mitglied des Orga-­Teams, während der Kundge­bung, ein Attentat verübt werden soll. Auf einem Treffen mit dem Landes-­ und dem Dresdner Polizei­prä­si­denten konnte in der Kürze der Zeit kein befrie­di­gendes Sicher­heits­kon­zept erarbeitet werden, welches den Belangen aller Betei­ligten gerecht geworden wäre. Daher halten wir es für unver­ant­wort­lich, unsere Sympa­thi­santen und unsere Stadt unkal­ku­lier­baren Risiken auszu­setzen.“Bachmann Ziel von ISOertel bestä­tigte in der Sendung von Günther Jauch konkrete Morddro­hungen gegen Pegida-Mitbe­gründer Lutz Bachmann. IS-Terro­risten hätten seine Hinrich­tung befohlen. Weitere Einzel­heiten dazu wolle man nicht nennen, hieß es am Montag auf der Pegida-Presse­kon­fe­renz. Bachmann kam unter Polizei­schutz zu der Veran­stal­tung.Dresdner Polizei erlässt Verfü­gung gegen DemosDie Dresdner Polizeit hat jegliche Demons­tra­tionen am Montag in Dresden verboten. In einer Presse­mit­tei­lung vom Sonntag hieß es: Der Polizei­di­rek­tion Dresden liegen, basie­rend auf Infor­ma­tionen des Bundes­kri­mi­nal­amtes und des Landes­kri­mi­nal­amtes Sachsen, Erkennt­nisse vor, dass im Zusam­men­hang mit dem wöchent­lich statt­fin­denden Versamm­lungs­ge­schehen von „PEGIDA“ eine konkrete Gefahr besteht.Vor dem Hinter­grund hat die Polizei­di­rek­tion Dresden am Sonntag eine Allge­mein­ver­fü­gung erlassen. Sie unter­sagt in der Zeit vom 19. Januar 2015, 00:00 Uhr bis 24:00 Uhr, alle öffent­li­chen Versamm­lungen unter freiem Himmel und Aufzüge inner­halb der Ortsgrenzen der Landes­haupt­stadt Dresden.Polizei­prä­si­dent Dieter Kroll: „Wir gehen in der Bewer­tung der aktuellen Lage nicht mehr nur von einer abstrakten Gefahr, sondern von einer konkreten aus. Konkret in Bezug auf eine gefähr­dete Person, deren Umfeld sowie daran gebunden Ort und Zeit. Konkret heißt auch: Es geht um ein Mitglied des Orga-Teams von PEGIDA und die Versamm­lungen für den 19. Januar 2015.“ Twitter-Tweet mit Anschlags­dro­hungWie aus der Allge­mein­ver­fü­gung der Polizei hervor­geht, gibt es u.a. eine Auffor­de­rung an Terro­risten, sich unter die Protes­tie­renden zu mischen, um zeitnah einen Mord an einem Orga-Mitglied von Pegida zu begehen. Zudem gebe es einen arabi­schen Twitter-Tweet mit ähnli­chen Ausfüh­rungen. Angaben zum konkreten Vorgehen gebe es nicht. Polizei­prä­si­dent Kroll: "Unmit­tel­bare Gefähr­dung von Leib und Leben"Es sei von einer unmit­tel­baren Gefähr­dung von Leib und Leben aller Teilnehmer an Versamm­lungen auszu­gehen, so Polizei­prä­si­dent Dieter Kroll. Deshalb sei die Beschrän­kung des Versamm­lungs­rechtes nicht nur erfor­der­lich, sondern auch verhält­nis­mäßig.Kritik an Demo-VerbotLandes­po­li­tiker und Stadt­räte kriti­sierten das allge­meine Demons­tra­ti­ons­verbot in ersten Reaktionen bei Facebook und Twitter. FDP-Stadtrat Jens Genschmar erklärte schrift­lich:"Egal wie man zu Pegida steht und selbst wenn man die Aussagen von Pegida ablehnt und mit deren Zielstel­lung nichts am Hut hat, so muss es in einer freiheit­li­chen Demokratie möglich sein, seine Meinung offen und ohne Angst vor Gewalt oder Angst um sein Leben sagen zu dürfen. Meinungs- und Demons­tra­ti­ons­frei­heit sind hohe Güter in unserer Gesell­schaft, die wir nicht leicht­fertig aufgeben dürfen. Es ist in höchstem Maße beunru­hi­gend, dass diese demokra­ti­schen Freiheiten gerade eben angegriffen werden."Geheim­dienst-Warnung vor AnschlägenAm Freitag hatte der Spiegel über mögliche Anschläge auf Pegida-Demos und die Bahnhöfe in Dresden und Berlin berichtet. Sicher­heits­kreise überprüfen derzeit entspre­chende Hinweise von mehreren Geheim­diensten.Pegida geht seit Oktober montags in Dresden auf die Straße um gegen die vermeint­liche Islami­sie­rung zu demons­trieren. Zuletzt waren es über 25.000 Teilnehmer. Bundes­weit wird inzwi­schen gegen das Bündnis und seine Ableger demons­triert.Hier die vollständige Allgemeinverfügung der Polizei (PDF) abrufen