• Im vergangenen Jahr wurde in das Geschäft eingebrochen.

Pirnaer will seltenes Handwerk in Görlitz fortführen

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Ein seltenes Handwerk soll wieder in Görlitz aufleben. Die Messer- und Scherenschleiferei Lattka  wurde von einem Meister aus Pirna übernommen. Maik Zenker lässt derzeit das Ladengeschäft in der Altstadt renovieren. "Es läuft die Umbauphase. So wird zum Beispiel die Elektrik erneuert." Der Schneidwerkzeugmechanikermeister hat einen Lehrling, der aus Görlitz kommt. Zenker hofft, dass sein Azubi das Handwerk in der Neißestadt später einmal fortführt.

Das Geschäft in der Weberstraße soll Anfang April wieder eröffnet werden.  Kunden können dann wieder  Messer, Scheren und Sägeblätter abgeben. Sie werden in Zenkers Werkstatt in Pirna instand gesetzt. „Wir wollen zunächst unsere Messer in Görlitz präsentieren und verkaufen. Denkbar ist später wieder eine eigene Herstellung und Instandsetzung in Görlitz“, sagt der 54-Jährige.

Die Messerschleiferei in der Görlitzer Altstadt war 100 Jahre in den Händen der Familie Lattka. Anton Lattka kaufte den Betrieb  1907. Sohn und Enkelsohn führten das Handwerk weiter. „Zu DDR-Zeiten waren bis zu sieben Leute beschäftigt und die Wartezeit in der Schleiferei betrug bis drei Monate“, steht auf der Internetseite des Traditionsbetriebes.  2007 ging Fritz Lattka in Rente. Ein Mitarbeiter blieb. Er führte das Unternehmen weiter. Bis Mitte Dezember vergangenen Jahres war das Geschäft geöffnet.   

Die Messerschleiferei gehört zu den seltenen Handwerken. Im Regierungsbezirk Dresden gibt es noch rund 20 Betriebe. Sie gehören zur Präzissionswerkzeugsmechaniker- und Messerschmiedeinnung Dresden. Die Ausbildung zum Schneidwerkzeugmechaniker dauert dreieinhalb Jahre.

http://www.schleiferei-lattka.de/

https://www.youtube.com/watch?v=wlPe4SqQ7aw

TV-Doku „Der Letzte seines Standes – der Messerschmied aus Görlitz“

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Reporter Knut-Michael Kunoth