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Pläne für Mediziner-Uni in Cottbus vorgestellt

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Es ist eines der größten Projekte für den Strukturwandel in der Lausitz: die Mediziner-Ausbildung in Cottbus. Eine Expertenkommission hat dafür  heute Pläne vorgelegt. So soll nach ihren Empfehlungen ein Innovationszentrum Universitätsmedizin Cottbus (IUC) aufgebaut werden. Ministerpräsident Dietmar Woidke, Wissenschaftsministerin Manja Schüle (beide SPD) und der Leiter der Kommission, der ehemalige Chef der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, erläuterten die Pläne nach einer Kabinettssitzung.

„Ich gehe davon aus, dass das etwas sein wird und sein kann, was weit über Brandenburg hinaus ausstrahlen kann“, sagte Einhäupl. Das werde davon abhängen, wie Experten und Akteure das Konzept umsetzten. Bis zur Fertigstellung des gesamten Baus im Jahr 2035 gehen die Fachleute von insgesamt rund 1600 Beschäftigten aus. Bei Umsetzung der Empfehlungen sehen sie einen geschätzten Finanzbedarf von etwa 1,9 Milliarden Euro bis 2038. 

Ihnen zufolge würde das IUC aus der Universitätsmedizin Cottbus sowie einem digital unterstützten Netzwerk von Akteuren der Gesundheitsversorgung der Region bestehen. Es soll nach den Worten von Einhäupl eine Lücke in der medizinischen Forschung in Deutschland schließen. „Gesundheitssystemforschung wird in ihrer disziplinären Vielfalt abgebildet und in die Medizinische Fakultät des IUC integriert.“ Der zweite Schwerpunkt sei die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Die Expertenkommission empfiehlt zudem, an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) eine Medizinische Fakultät zu gründen. Möglicherweise im Wintersemester 2026/27 könnten die ersten Studenten in Cottbus starten. Das kommunale Carl-Thiem-Klinikum Cottbus (CTK) soll zu einem Universitätsklinikum in Landesträgerschaft sowie zu einem „Digitalen Leitkrankenhaus“ ausgebaut werden. Finanziert werden sollen die Pläne aus dem Strukturfonds der Bundesregierung für die Kohleregionen.

 Das Konzept soll bis Ende 2022 konkretisiert und dann vom Wissenschaftsrat bewertet werden. „Der Aufbau einer staatlichen Universitätsmedizin in Cottbus ist - neben dem Bahnwerk - das ambitionierteste Projekt für die Lausitz im Rahmen des Kohleausstiegs“, erklärte Regierungschef Woidke.