Polen demonstrieren gegen Flüchtlinge aus Deutschland
Am Samstagmittag versammelten sich in der polnischen Grenzstadt Zgorzelec Hunderte Demonstranten, um gegen die Asylpolitik Deutschlands zu protestieren. Aus Sicherheitsgründen wurde der deutsch-polnische Grenzübergang in Görlitz gegen 12 Uhr geschlossen. Unter den Demonstranten befanden sich auch Personen aus der rechtsextremen Szene, die teils vermummt Banner mit Aufschriften wie „Refugees Not Welcome“ („Flüchtlinge sind nicht willkommen“) und „Stop Relokacji“ („Stoppt die Umsiedlung“) hochhielten.
Einige Transparente in deutscher Sprache trugen Botschaften wie „Deutsche setzen ihre Gäste nicht vor der Haustür ihres Nachbarn ab!“ und „Wir wollen keine illegalen Immigranten aus Deutschland! Angela Merkel soll sie adoptieren!“
Die Demonstration führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Grenzverkehr zwischen Görlitz und Zgorzelec. Die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) informierten darüber, dass Fahrgäste der Buslinie A, die zwischen den beiden Schwesterstädten verkehrt, mit Ausfällen und Verspätungen rechnen müssen.
Die Proteste stehen im Zusammenhang mit der Ankündigung Deutschlands, im Rahmen des Dublin-Abkommens Geflüchtete nach Polen abzuschieben. Bereits vor anderthalb Wochen hatten polnische Rechtsextremisten und katholische Fundamentalisten den Grenzübergang zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice blockiert, um gegen die EU-Migrationspolitik zu demonstrieren.