Polizei ermittelt zu verschwundenen Prüfungsunterlagen in Großröhrsdorf
Ärger im Institut für Gesundheits- und Sozialberufe Großröhrsdorf. Ein Teil der Prüfungsunterlagen ist verschwunden. 31 angehende Physio- bzw. Ergotherapeuten müssen nun noch einmal ran. Sie sollen die schriftlichen Prüfungen wiederholen. Die Schüler und ihre Eltern sind sauer. Sie fragen sich: Wie konnte das passieren?
Nach unseren Recherchen hatten die zwei Klassen vor wenigen Tagen ihre schriftlichen Prüfungen in der Fächergruppe Psychologie/Pädagogik geschrieben. Danach wurden die Bögen eingesammelt und in einem Schrank verschlossen. Sie sollten anschließend mit einem Kurier zur Auswertung zu einer Lehrerin gebracht werden. Dort sind sie aber nicht angekommen.
Institutsleiterin Corina Welke-Kirsten bestätigte uns den Vorfall. So etwas sei in den vergangenen 25 Jahren in ihrem Haus noch nicht vorgekommen. Und sie habe tiefes Verständnis für die Sorgen der Schüler. Mehr wollte sie uns dazu aber nicht sagen. Die Institutsleiterin verwies auf die Landesdirektion Sachsen. Der Behörde sei der Fall übergeben worden. Anzeige bei der Polizei wurde bis gestern nicht gestellt.
Erst heute erfuhr die Kripo offiziell von dem Fall. Wenige Stunden nachdem unser Sender den Fall publik gemacht hatte, ging bei der Polizeidirektion Görlitz eine Online-Anzeige ein. Es seien Ermittlungen zum Verdacht des Diebstahls aufgenommen worden, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup unserem Sender. Schon vor zwei Wochen war ein Teil der schriftlichen Prüfungen von 31 angehenden Ergo- und Physiotherapeuten in Großröhrsdorf weggekommen. Die Schulleitung sah unmittelbar danach offenbar keine Notwendigkeit, Anzeige zu erstatten.
Eltern der betroffenen Schüler sind empört. Vorwurf: Die Lehrer seien offenbar nicht in der Lage, auf die Prüfungsunterlagen aufzupassen.
Gestern erfuhren die Eltern, dass ihre Kinder die Prüfungen am 10. Juli nachschreiben müssen.
Die Landesdirektion Sachsen erklärte heute, dass sie nur für die Vorbereitung und Durchführung der Prüfungen verantwortlich sei. Die Bewertung des Vorfalls, also der verschwundenen Prüfungen, obliege aber dem Kultusministerium, sagte Landesdirektionssprecher Holm Felber. Ein Kultus-Sprecher hatte uns gestern mitgeteilt, das Ministerium sei nicht zuständig, und uns an die Landesdirektion verwiesen.