Polizei ermittelt zu Vorkommnis auf Schultoilette in Görlitz - Mann soll kleine Mädchen fotografiert haben - Stellungnahme des Schulträgers
Aufregung in der Regenbogen-Grundschule in Görlitz. Ein Mann und zwei Frauen sollen in einem Waschraum Kinder fotografiert haben. Der Vater einer Schülerin erstattete Anzeige. Die Kripo hat Ermittlungen aufgenommen.
Laut einem Aushang war ein Mann in die Mädchentoilette eingedrungen. Er hatte dort Aufnahmen von sich und Schülerinnen im Alter von sechs bis acht Jahren gemacht. Dabei seien die Mädchen massiv bedrängt worden. Sie hätten um Hilfe geschrien und sich unter den Waschbecken versteckt. Den Mann sollen zwei Frauen begleitet haben, die nach Angaben der Verfasser Wache standen.
Wie die Polizei mitteilte, soll es sich mutmaßlich um Asylbewerber gehandelt haben, die in der Schule an einem Sprachkurs teilnehmen. Es werde jedem Hinweis nachgegangen.
Der Vorfall soll bereits vor dem 11. April passiert sein. Eltern hätten sofort einen Termin bei der Schulleitung gefordert. Darauf sei nicht eingegangen worden. Erst am 19. April soll es einen Termin geben. Die Verfasser des Aushangs werfen der Schulleitung vor, nicht sofort reagiert, den Vorfall verschwiegen zu haben.
Tinko Fritsche-Treffkorn, der Regionalmanager der dpfa-Akademiegruppe, des Trägers der Regenbogen-Grundschule, wies den Vorwurf zurück. „Wir haben reagiert und werden mit den Eltern ins Gespräch kommen.“ Der Sachverhalt werde noch einmal geprüft und eine öffentliche Stellungnahme formuliert, kündigte er an. Zugleich behält sich die Schulleitung rechtliche Schritte gegen die Verfasser des Aushangs vor.
In einer am frühen Abend verbreiteten Pressemitteilung erklärte der Schulträger, dass die Kinder nach ihren Angaben zwar fotografiert, aber nicht festgehalten oder bedrängt worden seien. Drei Kursteilnehmer wollten nach ihrem ersten Sprachkurs die gewonnenen Eindrücke im Bild festhalten, heißt es weiter. Das sei aber nicht autorisiert gewesen. Weiter wurde mitgeteilt: „Aufgrund der aktuellen Entwicklung und der sich daraus entwickelnden Unsicherheit bei Eltern der Grundschule, findet am 15. April um 16 Uhr ein Elternnachmittag zu diesem Sachverhalt statt.“
Die Grundschule in Görlitz-Weinhübel ist eine Schule in freier Trägerschaft. Träger der Schule ist die DPFA-Schulen gemeinnützige GmbH, welcher seit über 20 Jahren an diesem Standort ein Schulzentrum betreibt. Die Grundschule ist seit neun Jahren Bestandteil des Bildungszentrums. Neben der Grundschule betreibt der Träger noch berufsbildende Schulen am Standort sowie Fort- und Weiterbildungslehrgänge. Zudem engagiert sich der Bildungsträger auch aktiv in der Betreuung von Asylbewerbern.