Polizeieinsatz vor Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Bischofswerda - eine Verletzte - Platzverweise ausgesprochen
Aufgeheizte Stimmung vor Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Bischofswerda. Ein Bus hat in der Nacht die ersten Asylbewerber gebracht. Rund zwei Dutzend Menschen versammelten sich vor dem Tor. Einzelne Personen stellten sich dem Bus in den Weg und skandierten Buhrufe. Es kam zu Gerangel. Eine Frau stürzte auf die Straße und zog sich eine Kopfverletzung zu. Die Polizei versuchte, die Menge zu beruhigen. Immer mehr Einsatzkräfte wurden in die Bischofswerdaer Südvorstadt beordert. Die Polizei sprach Platzverweise aus. Zwei junge Männer wurden durchsucht.
Bis zu 400 Asylbewerber sollen auf einem Gewerbegrundstück unmittelbar des bestehenden Asylbewerberheimes untergebracht werden. Das teilte am Abend die Landesdirektion Sachsen mit. Betreut werden die Flüchtlinge vom Deutschen Roten Kreuz. Die Stadt sei darüber informiert worden.
Das stimme nicht, erklärte Oberbürgermeister Holm Große. Der OB warf der Landesdirektion Null-Kommunikation vor. Alternativvorschläge zum Grundstück der Herrenmode seien negiert worden. Eben auf jenem Grundstück will ein Logistikunternehmen 35 Arbeitsplätze schaffen. Damit torpediere die Landesdirektion bereits eingeleitete Infrastrukturentwicklungen, wie z.B. den Anschluss an das schnelle Internet, so Große.
Der OB weiter: "Wir werden auch die neuen Flüchtlinge in unserer Mitte willkommen heißen".