Polizeischüler zeigt Stinkefinger
(kmk) Ein Polizeischüler aus einem Dorf bei Niesky hat einer Familie in einem Wohnmobil den Stinkefinger gezeigt Außerdem tippte er während er Fahrt eine Nachricht in sein Handy, während sein Beifahrer das Lenkrad hielt. Er muss eine Geldauflage von 1.000 Euro an die Staatskasse zahlen, 500 Euro an die Familie und an einem sozialen Kompetenztraining teilnehmen. Im Gegenzug stellt das Amtsgericht Weißwasser das Verfahren ein.
Der Polizeischüler war im April 2022 mit zwei Mitschülern auf dem Heimweg von der Ausbildung in Bamberg in die Osterferien. Auf der A 72 gerieten sie in einer Baustelle in einen Stau. Der Angeklagte saß am Steuer, war genervt Er schickte eine Nachricht nach Hause, während er im Stop-and-go rollte. Der Beifahrer griff ins Lenkrad. Das sah der Fahrer des Wohnmobils und schrie, dass er das Handy weglegen soll. Daraufhin habe der Angeklagte den Stinkefinger gezeigt, die anderen beiden Insassen auch, so die Staatsanwältin.
Nur einmal, beteuerte der Polizeischüler. Inzwischen hat er sich bei der Familie entschuldigt. Wörtlich: „Ich hatte mich nicht unter Kontrolle, bin selbst erschrocken über mein Verhalten.“ Er bedauerte seine Reaktion.
Richter Alex Theile gab dem Polizeischüler auf den Weg: „An Sie werden hohe Anforderungen gestellt, Sie müssen das Symbol der Rechtstreue zeigen. Wenn Sie auch nur einmal den Stinkefinger gezeigt haben, ist das ein Augenblickversagen, das nicht ungesühnt bleiben kann.“
Der junge Mann ist „Beamter auf Widerruf“. Bald hat er seine Ausbildung geschafft. Danach möchte er zu einer mobilen Überwachungseinheit.