Polizisten in Bautzen beleidigt und geschlagen - „Das ist Ihre letzte Chance!“
Zehn Monate auf Bewährung (vier Jahre Bewährungszeit) und 150 Stunden gemeinnützige Arbeit für einen 26-Jährigen aus Neukirch/ Lausitz. Er hatte im Vollrausch im und am Bautzener Bahnhof Polizisten beleidigt und auf sie eingeschlagen. Ein Beamter verlor dabei ein Stück vom Zahn. Im Polizeigewahrsam bespuckte er eine Polizistin.
Er sollte wieder zurück in den Maßregelvollzug. Daraufhin kaufte er sich bei Lidl eine Flasche Whisky, leerte sie mit einem Kumpel. Anschließend fuhren sie nach Bautzen. In der Bahn suchte er Streit mit einem Polizisten, der auf dem Weg zum Dienst war. Sie stiegen aus. Es ging weiter. Er war so aggressiv – auch zu den herbeigeeilten Polizisten -, dass er fixiert werden musste.
In der Verhandlung bereute der hagere junge Mann alles und entschuldigte sich bei den Polizisten, obgleich er sich an kaum etwas erinnern konnte. Der Bautzener Amtsrichter Ralph Nymphius fand klare Worte: „Sie wollten sich die Lampen ausschießen, weil sie Frust hatten“ . Das sei seine letzte Chance, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. „Nur weil Sie an sich gearbeitet haben und auf einem guten Weg sind, bekommen sie noch einmal Bewährung. Aber die schwersten Prüfungen kommen noch, den Erschwernissen des Lebens standzuhalten und dabei die Flasche nicht anzurühren.“
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.