- Wegen der Chemikalien kam auch die Feuerwehr zum Einsatz.
Goldankäufer entpuppen sich als Ganoven
Es ist ein Schurkenstück, das nach einer Verfilmung schreit. Ganoven bauen einen leeren Laden zu einen fiktiven Goldgeschäft um. Ein argloser Kunde schleppt rund zwei Kilo Gold an und büßt am Ende rund 250.000 Euro ein. Und dann liegen auch noch zwei Polizisten im Krankenhaus.
Und plötzlich ist da ein Goldladen
Was nach Hollywood klingt, spielt in der schnöden Moritzstraße von Limbach-Oberfrohna, der kopfsteingepflasterten Verbindung zwischen Markt und Johannisplatz. Irgendwann in der vergangenen Woche wurde es hektisch im Gebäude mit der Hausnummer 1. Akkuschrauber surrten, Handwerker gingen ein und aus. Anwohner rätselten: Was wird wohl ins kleine Geschäftshaus einziehen?
Sie erfuhren es schnell, denn die Plakate in den beiden Schaufenstern verkündeten: WIR KAUFEN IHR GOLD FÜR 25 PROZENT ÜBER DEM MARKTWERT. Dazu gab es Anzeigen und Werbeflyer mit identischem Inhalt.
Über ein Kilo Gold für eine Quittung
Auch ein älterer Herr las eine dieser Offerten und dachte: Wenn nicht jetzt, wann dann? Gold habe ich ja...
Kurzerhand nahm er sein Edelmetall und brachte es am Montag in das neue Geschäft. Dort wurde alles gewogen, auf seinen Goldgehalt geprüft – und am Ende stand ein Preis fest: rund eine Viertelmillion Euro.
Offenbar erweckten die Ankäufer derartiges Vertrauen, dass sich der Kunde mit einer Quittung und dem Hinweis, das Geld werde überwiesen, nach Hause schicken ließ.
Er wartete – und wartete
Dort wartete er auf die Nachricht von seiner Bank… Und wartete und wartete und ging schließlich Donnerstagnachmittag zur Polizei. Die Beamten ahnten sofort, dass da etwas nicht stimmen konnte. Sie fuhren zum Geschäft an der Moritzstraße – doch es war längst wieder leer. Die Ganoven hatten sich mit Sack und Pack und Gold aus dem Staub gemacht.
Zwei Polizisten müssen in die Klinik
Noch während des Einsatzes wurde es den Beamten schlecht. Schnell war klar, dass sie Chemikalien eingeatmet hatten, die die Betrüger zurückgelassen hatten. Zwei Polizisten mussten sogar stationär in einer Klinik aufgenommen werden.
Polizei sucht weitere Opfer
Jetzt wollen die Ermittler wissen, ob die Ganoven noch weitere Menschen hereingelegt haben. Wer in den vergangenen Tagen in dem Laden an der Moritzstraße Gold verkauft hat oder Kontakt zu den angeblichen Goldhändlern hatte, soll sich bei der Polizei melden. Das gilt auch für Zeugen, denen rund um das Geschäft verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter 0375 428 4480 entgegen.
Gold niemals ohne Geld aus der Hand geben
Und die Beamten haben noch einen dringenden Rat: Wer mit besonders hohen Preisen für Gold gelockt wird, sollte misstrauisch werden. Vor dem Verkauf lohnt sich ein genauer Blick auf den Händler. Wie lange gibt es das Geschäft schon? Was sagen andere Kunden?
Vor allem aber gilt: Nicht unter Zeitdruck setzen lassen, im Zweifel mit Familie oder Freunden sprechen – und Gold oder andere Wertsachen niemals aus der Hand geben, solange das Geld nicht tatsächlich geflossen ist.
