Preis für „Waldwächter“ aus dem Kreis Görlitz
Sie sollen Waldbrände frühzeitig aufspüren und dem Borkenkäfer auf die Schliche kommen – die „5G-Waldwächter“ des Landkreises Görlitz. Mit dem Konzept hat die Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz den mit 25.000 Euro dotierten Sächsischen Digitalpreis gewonnen.
Die „Waldwächter“ haben eine erste Feuertaufe schon bestanden – bei einem simulierten Testbrand. Dabei konnten zugleich Erkenntnisse beim Einsatz der Künstlichen Intelligenz gesammelt werden. Drohnen und Bodensensoren sollen Rauch erkennen und auch den Duft der Borkenkäfer „erschnuppern“. Dazu gab es erste Tests im Labor.
In diesem Jahr sind Versuche auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz geplant. Auf den Feuerwachtürmen wurde hochauflösende Kameratechnik installiert, die in mehreren Spektralbereichen des Lichtes Videomaterial in Echtzeit liefert. Mit Hilfe von KI-Algorithmen können Anomalien ermittelt und Gefahren frühzeitig erkannt werden. Derzeit werden die Algorithmen entwickelt. Mit im Boot sind Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft, z.B. Fraunhofer, die BTU Cottbus-Senftenberg und ein Mobilfunkbetreiber. Die Bundeswehr stellt das 5-G-Testfeld bereit.
Das Prinzip: Kameras auf Feuerwachtürmen und Drohnen nehmen Bilder auf. Sie werden zusammen mit Signalen von Wärme-, Rauch- und Geräuschsensoren in Echtzeit zu einer zentralen Datenbank übertragen. Der Auswerter am Bildschirm kann die Feuerwehr dann punktgenau zum Einsatzort lotsen. Dem Borkenkäfer soll mit einer Frequenzanalyse – auch außerhalb des sichtbaren Lichts - auf die Schliche gekommen werden.