Prellbock aufgestellt und Gleis durchgesägt - Strecke Bautzen-Wilthen endgültig gekappt
Auf der vor mehr als zehn Jahren stillgelegten Bahnlinie Bautzen – Wilthen wird wohl nie mehr ein Zug fahren. Die Deutsche Bahn hat nun vollendete Tatsachen geschaffen. Der Anschluss wurde gekappt. An der Einmündung zum Hauptgleis in Bautzen fehlen zwei Meter Schiene. Außerdem stellte die Bahn einen Prellbock auf. Die Anrainer-Kommunen hatten in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH versucht, die 14 Kilometer lange Strecke wiederzubeleben. Es gab die Idee, an den Wochenenden und an Feiertagen Schienenbusse zwischen Bautzen und Wilthen pendeln zu lassen. Allerdings fand sich niemand, der die Kosten für die Ertüchtigung der Strecke – immerhin rund fünf Millionen Euro – übernehmen wollte. Aus Sicht der Deutschen Bahn sind die Bemühungen zum Erliegen gekommen. Deshalb wurde nun auch technisch die Stilllegung vollzogen.
Das Aus für die Strecke Bautzen-Wilthen-Neukirch/ West kam schon im Jahr 2004. Im Dezember fuhr der letzte Zug. Für den Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien rechnete sich die Linie nicht mehr. Die Zahl der Reisenden hatte sich von 150 000 im Jahr 2000 auf 117 000 im verrin-gert. Zuletzt saßen im Durschnitt 16 Fahrgäste im Zug.
Im Mai 2007 wurde die Stilllegung des Abschnittes Bautzen–Wilthen durch das Eisenbahn-Bundesamt genehmigt und einen Monat später juristisch vollzogen.